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Voice over IP – mehr als nur Skype – Teil 2

Updates zu Facebook am Ende des Artikels

Neue Programme – neue Möglichkeiten – neue Fragen.
Im Artikel „Voice over IP – mehr als nur Skype“ wurden die groben Möglichkeiten erklärt, die Telekommunikation auch auf dem Mobiltelefon über VOIP laufen zu lassen. Gerade bei Anrufen im oder ins Ausland erweist sich das Telefonieren übers Internet oft als die günstigere Lösung. Neben Skype kommen immer mehr Programme (Apps) auf die verschiedenen Smartphones, welche es ermöglichen komfortabel die VOIP-Technologie zu nutzen. Auch im Inland kann durch eine Datenflat ein VOIP-Anruf deutlich günstiger sein als ein regulärer Telefonanruf. (Bsp. Siehe hier)

Viber bringt VOIP ins Telefonbuch
Das Programm Viber, vorerst nur für das iPhone erhältlich (Android soll folgen), erlaubt das Telefonieren über das Internet. Alles was man dazu benötigt ist eine Zugang zum World Wide Web (W-LAN oder Datenleitung) und einen Kommunikationspater, der ebenfalls das Programm installiert hat. Wie bei Skype bauen die Programme dabei untereinander eine Verbindung auf. Der enorme Vorteil dieses Programms ist die bereits aus den Messenger bekannt Push-Funktion. Ursprünglich als „Ersatzlösung“ für die fehlende Multi-Tasking-Fähigkeit bei Apple Geräten entwickelt, erweist sie sich jetzt als enormer Vorteil. Im Gegensatz zu Skype und anderen VOIP-Programm, muss man damit nicht mehr ständig online sein, sondern der VOIP-Anschluss „klingelt“ auch dann, wenn das Programm nicht geöffnet ist. Der VOIP-Anruf wird damit auf gleiche Prioritätsstufe gesetzt wie eine regulärer Telefonanruf. Wie beim GSM-Netz ist auch Viber somit ständig auf Empfang und der Anwender verpasst keinen VOIP-Anruf mehr.
Nachteil ist wie fast immer das geschlossene Systeme. Während Skype sowohl auf Festrechnern, verschiedenen mobilen Endgeräten und durch VOIP-In-Nummer auch für das reguläre Telefonnetz funktioniert, ist Viber bis jetzt wieder eine in sich geschlossenes Smartphone-System. Zwar soll auch hier eine Android-Version folgen, aber dennoch ist Viber abgekoppelt vom restlichen Telefonnetz.

Einen kleinen Bonus gibt es dennoch. Wie bei den Push-Messenger sollen laut Homepage auch bald „Free SMS“ folgen, die dann vermutlich auch per Push-Funktion von Viber zu Viber Nutzer übertragen werden können, was hilft teure SMS-Kosten zu sparen.

UPDATE 4. Januar 2011: Viber soll Januar oder Februar ein “SMS-Feature” bekommen. Ob es sich dabei um eine Push-Messenger Lösung wie WhatsApp oder PingChat handelt oder “nur” um eine Anbindung an einen regulären SMS-Gateway wurde offen gelassen. Quelle
Update 23. Januar 2011: Viber für Android im März.
UPDATE April 2011: Ab Version 2.0 soll Viber nun endlich SMS bzw. Push-Nachrichten können.
UPDATE 6. April 2011: Zum Thema “Datenweitergabe” und “Datenkrake” siehe auch Kommentare im Blog http://stadt-bremerhaven.de

Vonage for Facebook – Kostenlos telefonieren über Facebook:
Vonage für Facebook geht einen ähnlichen Weg. Der Nutzer loggt sich mit seinem Facebook-Account ein und kann dann wie bei Viber kostenlos per VOIP mit allen seinen Facebook-Freunden auf der ganzen Welt telefonieren. Die Telefonanrufe werden ebenfalls über das Internet und über Facebook vermittelt. Wie bei Viber benötigen beide Kommunikationspartner das Programm auf ihren Endgeräten (für iPhone und Android). Ebenfalls gleich ist die Push-Benachrichtigung. Das App bzw. der VOIP-Anruf „klingelt“ wie bei Viber auch dann, wenn der Nutzer das Programm nicht geöffnet hat.
Der Unterschied zu Viber ist die Facebook-Schnittstelle. Man benötigt also keinen Extra-Account mehr um seine Freunde anzurufen oder mit ihnen zu chatten. Auf der anderen Seite vertraut man seinen Login-Daten einer anderen Firma an.

Entwicklung der Telefonie:
Mobilfunkanbieter verlieren mit zunehmender Smartphone- und App-Dichte immer mehr ihre Bedeutung als Kommunikationsanbieter. Telefonanrufe und SMS werden zunehmend wie E-Mails über das mobile Internet verschickt. Mobilfunkanbieter werden zurückgestuft auf reine „Data-Tubes“. Als „Daten-Röhren“ sind sie keine Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen mehr, sondern nur noch zuständig für die Übermittlung. Da nur noch nach Masse/Datenmenge und nicht mehr nach Einzeldienstleistungen wie SMS oder Minute abgerechnet werden kann, ist der Verlust enorm. Dies ist auch den grossen Anbietern bekannt.
In den Artikeln „Mobilfunkanbieter wollen Geld ohne Leistung zu erbringen“ und „Ende der mobilen (Real-)Flatrates?“ wurden bereits erste Auswirkungen beschrieben. So verbieten fast alle Anbieter in Deutschland (ausser Fonic, Lidl-Mobil und O2) das Nutzen von VOIP, drohen mit horrenden Strafgebühren bei der Nutzung von VOIP-Diensten wie z.B. McSim oder verlangsamen bei manchen manchen Discountanbietern künstlich das Internet. Ist man direkt bei Vodafon oder der Telekom gibt es für 10,- Euro Aufpreis einen VOIP-Zugang/Erlaubnis. In den USA wird darüber nachgedacht, die echten Datenflatrates abzuschaffen und nach dem erreichen einer bestimmten Datenmenge (z.b. 200 MB oder 5GB) wieder für jedes übertragene MB eine Gebühr zu verlangen, um Kunden davon abzuhalten horrende Datenmengen kostenlos per Datenflat zu verbrauchen.
Die grossen Telkos spüren den Druck der modernen Kommunikationsmöglichkeiten. Würde alle Nutzer allein in Deutschland über VOIP, SMSOIP (SMS-over-IP), Messenger und E-Mail kommunizieren, würde die Anbieter ganz schnell in Bedrängnis kommen. Abfangen könnten sie den Druck mit drastischen Preisstürzen. Durch All-Net-Flats, Kostenairbags und erst im November gesenkter Mobilfunk-Terminierungsentgelte durch die Regulierungsbehörde um circa 50%, könnte die Abwanderung in den VOIP-Sektor noch einige Zeit verzögert werden.

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Achtung mögliches Sicherheitsrisiko: Wie bei Vonage beschrieben, muss man dort seine Facebook Login-Daten preisgeben. Auch Viber klingt sich in das Telefonbuch ein. Ob und wie persönliche Daten dabei ausgelesen und oder an andere Firmen übertragen werden ist nicht bekannt. Jeder Nutzer muss sich jedoch des eventuellen Risikos bewusst sein!

Einen eigenen VOIP-Anschluss erstellen:
Einen ganz anderer Weg bieten Telefonanbieter wie Sipgate oder Anbieter die bereits jetzt VOIP anbieter. Wer ein Smartphone mit VOIP Schnittstelle hat (Android 2.3 soll es haben und bei Windows Mobile 6.X kann man manuell installieren) kann man sich von überall auf der Welt in seinen Festnetz-VOIP-Anschluss einloggen. Per UMTS oder W-LAN lässt sich somit ohne Zusatzkosten die heimische Flatrate von unterwegs nutzen. Zwar bietet diese Lösung nicht den gleichen Komfort wie die Programme oben, aber dafür ist man über das Internet und über seine Festnetznummer zu erreichen und wenn man den SIP-Anschluss richtig in seinem Smartphone installiert hat, müsste dieser auch immer “online” sein bzw. klingeln, wenn ein VOIP-Anruf ankommt. (genauere Ausführungen siehe hier)

Update I: (eventuelles Sicherheitsrisiko)
Auf Tagesanzeiger.ch wird bestätigt, dass der Nutzer der App bzw. dem Unternehmen Zugriff auf das Telefonbuch erlauben muss. Sonst wird der Nutzer nicht frei geschalten. Auch sind keine Verbindungen zum regulären Festnetz bzw. Handynetz möglich.
Ein ähnliches Programm bzw. einen ähnlichen Dienst kann auch mit der Sipgate App (iPhone und Android) erreicht werden. Vorteil ist, dass man untereinander per VOIP kostenlos telefoniert und gleichzeitig günstig oder per Flat nach “draussen” telefonieren kann. Nachteil ist, dass die App (noch) keine Push-Benachrichtung kennt und dass jeder Nutzer ein komplettes Sipgate Konto mit echter Namens- und Wohnadressen-Verifizierung benötigt.

UPDATE II: (27.01.2011)
Gerüchten zu folge plant Facebook schon länger VOIP/Telefonie-Dienste direkt auf der Plattform anzubieten um somit noch mehr Leute an sich zu binden. Anscheinend wird dies über eine Integration von Skype ermöglicht. In der neuen Version von Skype ist es bereits huet möglich gewisse Funktion von Facebook zu steuern. Dies soll in Zukunft vermutlich auch in die andere Richtung möglich sein. Siehe hier: telekom-presse.at

4 thoughts on “Voice over IP – mehr als nur Skype – Teil 2”

  1. Hallo,

    Ich und meinen Freunde sind seit kurzem riesige Scydo fans! Bis jetzt haben wir immer Whatsapp benutzt um kostenlos SMS zu einander zu schicken aber mit Scydo gibt es auch die möglichkeit kostenlos mit einander zu telefonieren (nur zwischen iPhone und Android nutzer). Da ihr schon mal uber solche Sachen berichtet wollte ich es nur mal kurz melden

    Gruss!

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