Ende der mobilen (Real-)Flatrates?

Seit ein paar Wochen geistern immer neue Vermutungen durch die Internetgemeinde, wie wohl die Zukunft der mobilen Datenflatrates aussieht. Bis zu diesem Frühjahr schienen die Datenpreise auf unaufhaltbarem Singflug zu sein. Alle sechs Monate kamen neue Anbieter und neue Preise auf den Markt, die es dem Kunden ermöglichen zu vernünftigen Preisen unterwegs online zu sein. Auch der Absatz von Smartphones steigt immer mehr an. Die Kunden scheinen das mobile Internet endgültig für sich entdeckt zu haben. Auch das iPhone und jetzt neu das iPad haben die Entwicklung beschleunigt. Die Daten im mobilen Netz nehmen auf Grund der gesunkenen Preise und der verfügbaren Technik immer mehr zu. Was allerdings den Netzbetreibern nicht zu passen scheint. Während die Werbung immer grössere Datenpakete zu günstigeren Preise anpreist, ächzen die Mobilfunkanbieter unter den Datenmengen. Das gesteigerte Volumen würde die Netze überlasten und somit den Kunden die Freude am Surfen vermiesen, so die Netzbetreiber.

Man muss sich jedoch die Frage stellen warum die Anbieter erst gross Werbung machen und dann anfangen zu murren, wenn die Kunden das angepriesene Produkt dann auch nutzen. In den USA sind Anbieter wie AT&T dazu übergegangen, ihren Kunden nur noch eine gewisse Grösse an Datenvolumen zu Verfügung zu stellen. Wer mehr will bezahlt auch mehr. In Deutschland ist es üblich nach erreichen der angegebenen Datenmenge die Geschwindigkeit bis zum Monatsende künstlich zu Drosseln. Fast alle Anbieter verlangen somit für Daten, die über das Datenpaket hinausgehen kein Extrageld. Damit soll in Zukunft wohl Schluss sein.

In einem älteren Artikel „Mobilfunkanbieter wollen Geld ohne Leistung zu erbringen“ habe ich schon die ersten Bewegungen in diese Richtung beschrieben. Dort finden sich auch ein paar Zahlen zu Preisen, Absatzmengen und Datenentwicklungen. Nach einer Milchmädchenrechnung stellt sich jetzt natürlich die Frage, warum die Mobilfunkanbieter dann so grossen Datenmengen verkaufen. Wenn ich 1000 Pakete mit 5GB verkaufe, muss ich doch damit rechnen, dass im schlimmsten Fall auch 5000GB Daten über mein Netz geschickt werden. Warum jetzt das grosse Katzengejammer?
Teltarif schreibt im Artikel „Das leise Flatrate-Sterben im Mobilfunk“:



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Überhaupt lässt sich eine schleichende Aushöhlung von Flatrate-Tarifen im Mobilfunk auch in Deutschland schon seit einiger Zeit beobachten. So wurden fast flächendeckend Volumenbegrenzungen eingeführt, nach deren Erreichen die Geschwindigkeit deutlich gedrosselt wird. Dafür gibt es ein immer breiteres Angebot an günstigen Volumentarifen oder zeitlich begrenzten Angeboten wie etwa Tages-Flatrates. Für Vielnutzer mag das Flatrate-Sterben ärgerlich sein, aber für die große Mehrheit der Mobilfunk-Kunden ist es letztlich von Vorteil, wenn sie nicht mehr für die anderen mit bezahlen müssen.

Sicherlich ist eine genauere Unterteilung der Datenpakete in 50MB, 100MB, 200MB, 500MB, 1GB oder 5GB sehr sinnvoll. Keiner will wegen 100MB ein volles 5GB Datenpaket bezahlen. Und auch heute müssen Kunde bei einigen Anbietern Daten, die über das Datenpaket hinausgehen, extra bezahlen. Die bezieht sich aber im Moment nur auf kleine Datenpaket bis 50MB. Alle anderen Pakete werden nur gedrosselt. Es kann jedoch nicht angehen, dass dem Kunden eine Flatrate verlauft wird, die dann keine ist. Wenn man aber einer gewissen Datenmenge nur noch per EDGE oder GRPS surfen kann, nimmt das Vergnügen und damit das Surfen auch recht schnell ab. Die Zusatzdatenmenge über das gebuchte Paket hinaus dürfe sich also in Grenzen halten. Es kommt due Frage auf, ob dies nicht nur wieder ein neuer Versucht ist Geld zu verdienen.
Es wird sich zeigen wie sich die neuen Tablets wie das iPad und Co. auf die Preise auswirken. Doch jetzt schon zeigt sich wie die „Netzbetreiber ihre Datentarife verschlimmbessern“. Bei O2 gilt das neue 1GB Datenpaket z.b. nur für iPads, nicht aber für Netbook. Wo liegt da genau der Unterschied? Warum darf die 1GB nicht nutzen wie ich es will? Welches Gerät der Kunde nutzt ist doch egal – 1GB sind 1GB. Die Entwicklung hin zu Dienstleistungen die nur für spezielle Geräte von bestimmten Firmen gelten ist sehr risikoreich. Wie sieht es mit Netbooks und anderen Tablets von anderen Firmen aus? Werden diese wie das iPad gesehen oder wie Netbooks? Gelten die guten Preise nur für Apple-Produkte? Muss ich mir ein Apple-Produkt kaufen wenn ich günstiges Internet will? Eine Entwicklung in diese Richtung könnte man salopp ja schon als „technische Diskriminierung“ bezeichnen.

Weitere Quellen:
www.Bild.de
www.areamobile.de
www.stern.de

EDIT:
Ein sehr guter Beitrag findet sich auch bei Mobiflip.de. Hier wird auch besprochen wie und warum manche Datentarife NUR mit dem iPad genutzt werden können und warum andere Nutzer ausgeschlossen werden.

Update:
Aus sehr zu empfehlen ist: Lesetipp: Wann kommt der Daten- und Tarif-Tsunami? auf Mobiler Zeitgeist


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Bätschman

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