De-Mail – Pressekonferenz ohne Neuigkeiten

Es scheint wieder Bewegung in das Thema De-Mail zu kommen. Als erste wurde bekannt gegeben, dass das Pilotprojekt in Friedrichshafen nun endgültig beendet wird und jetzt erregt ein aktueller Artikel auf Heise.de die Gemüter der Internetgemeinde.
Leser dieses Blogs werden jedoch schnell feststellen, dass es eigentlich keine Neuigkeiten im Heise.de Artikel gibt und auch die Kommentare sich immer um die gleichen Aussagen drehen.

Basis des Heise.de Artikel sind die Bekanntmachungen über das De-Mail Projekt auf der Fachmesse Moderner Staat.

„Auf der Fachmesse Moderner Staat haben die am De-Mail-Projekt für rechtssichere E-Mail Beteiligten eine erste Bilanz gezogen. Sie fiel positiv aus: Noch in diesem Jahr soll der erste De-Mail-Provider den Wirkbetrieb aufnehmen, nachdem er vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik geprüft wurde. Zur CeBIT sollen alle anderen im Boot sein. Wie teuer De-Mail für den einzelnen Bürger wird, soll bis dahin “am Markt ermittelt” worden sein.“

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Dies dürfte vermutliche die Deutsche Telekom sein. United Internet dürften dann mit GMX und Web.de bis zur Cebit 2012 folgen. Alles in allem keine wirklichen Neuigkeiten. Auch was den Preis anbelangt, hielten sich bis jetzt alle interessierten (es gibt ja noch keine offiziell beteiligten Firmen) Firmen zurück. Dies vermutlich auch aus dem Grund, da ein zu schnell veröffentlichter Preis dann wohl auch bindend wäre.

Weiter heisst es in dem Artikel, dass:
„Gert Metternich, Projektleiter De-Mail bei der Deutschen Telekom, erwartet, dass De-Mail bis 2018 jährlich 1 Prozent der 18 Milliarden anfallenden E-Mails, 50 Prozent der 8,75 Milliarden Postbriefe und 39 Prozent der 2,1 Milliarden Geschäftsfaxe ablösen werde. Damit werde De-Mail zu einem wichtigen Angebot mit hohem Einsparpotenzial für große Unternehmen, Behörden und dem modernen Mittelstand.“

Gerade grössere Firmen erhoffen sich natürlich durch die Verwendung von De-Mail eine deutlich Kostenreduktion bei ihrer rechtsverbindlichen Post. Oft werden der Brief- und auch der Gehaltsabrechnungsversand outgesourct, wodurch teilweise Preise von über einem Euro pro versendete Brief entstehen. Sollte der Preis einer De-Mail für Firmen wie vermutet bei 10-20 Cent pro De-Mail liegen, würde dies natürlich eine gute Ersparnis bedeuten. [siehe älteren Artikel]

Heise hat offenbar andere Informationen als Baetschman.de:
Laut Heise.de soll ein De-Mail Account im Moment kostenpflichtig sein. Woher diese Informationen stammen schreibt Heise.de jedoch nicht. Nach den Informationen die Baetschman.de vorliegen, ist die Vorregistrierung eines De-Mail Account kostenlos. Auch soll die tägliche Nutzung des Account, solange ein gewisses Kontingent an De-Mails nicht überschritten wird, ebenfalls kostenlos bleiben. Eine einmalige Registrierungsgebühr wurde auf keiner Pressekonferenz erwähnt. Somit ist unbekannt, woher Heise.de wissen will, dass ein De-Mail Account, welchen es im Moment eigentlich noch gar nicht gibt, kostenpflichtig ist.

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E-Mail Client nur für Firmen:
Genau wie der E-Postbrief der Deutschen Post, soll auch De-Mail eine Anbindung an MS-Office und andere E-Mail Client bekommen. [älterer Artikel] Wie aber durch mehrere persönliche Gespräche und Interviews zu erfahren war, soll wie beim E-Postbrief dieser Service ebenfalls nur Firmen zu Verfügung stehen, welche sich hinter einem speziellen De-Mail Gateway befinden. Für Privatanwender und KMU bleibt auch weiterhin nur der Browser als Schnittstelle.

Auch was die Kooperation mit dem E-Postbrief der Deutschen Post anbelangt, ist der Artikel auf Heise.de etwas ungenau. Fakt ist, dass die Deutsche Post im Moment noch des Konkurrenzprodukt zu De-Mail, den sogenannten E-Postbrief, anbietet. Der E-Postbrief war ganz zu Beginn des Projekts noch ein Teil von De-Mail, wurde dann aber abgetrennt und als eigenständige Marke kommuniziert. Technisch gesehen, müssten beide Systeme jedoch kompatibel sein. Hierüber schweigen jedoch alle Beteiligten. Durch die Wortlautänderung im „De-Mail Gesetz“, welche keine zwingende Nennung der De-Mail-Endung in der neuen E-Mailadresse vorsieht (z.B. vorname.nachname@provider.de-mail.de), ist eine Rückkehr des E-Postbriefs zum De-Mail Projekt zumindest juristisch nicht ausgeschlossen. Verfolgt man die Medienberichte der letzten Zeit verdichten sich diese Zeichen jedoch immer mehr.

Unverändert bleiben auch weiterhin alle Fragen zum Thema Verschlüsselung, Sicherheitsbehörden und Rechtssicherheit.

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