flinc-App goes online

Die Echtzeit-Mitfahrzentrale für Smartphones offiziell getestet von Baetschman.de

Der erste Test des flinc-iPhone-App war ein voller Erfolg. Trotz einmaligem Absturz, zeigte die Applikation bereits im nicht öffentlichen Alpha-Release, dass sie gut durchdacht und auch gut programmiert ist. Bereits jetzt lassen sich Fahrten und Mitfahrten planen und auch die Ad-Hoc (Push) Benachrichtigungen funktionieren zuverlässig. Die Fahrer und die Mitfahren erhalten in Echtzeit Benachrichtigungen, ob andere flinc-Nutzer die gleiche Route fahren möchte und können sich dann untereinander vermitteln lassen.

Alle Angaben über die App steuerbar:
Im Gegensatz zu anderen Mitfahrerportalen wurde flinc primär für ein mobiles Endgerät entwickelt. Zwar können bereits jetzt Fahrten auf der Homepage vermittelt werden, aber seine Stärken zeigt die App im mobilen Einsatz. Der Nutzer kann mit ein paar Klicks eine Fahrt oder oder eine Mitfahrt anlegen und erhält über das Benachrichtigungssystem in wenigen Sekunden eine Nachricht, wenn die Datenbank einen passenden Treffer gefunden hat. Der Nutzer trägt Start, Ziel, Zeit, Preis und eine kleine Zusatzbemerkung (z.B. Koffer) ein und wartet bis die flinc-Datenbank einen passenden Treffer meldet. Je nachdem ob man Fahrer oder Beifahrer ist, unterscheiden sich notwendige Daten leicht (z.B. Preis pro Kilometer oder Anzahl der Mitfahrer). Die Angaben von flinc, dass eine Fahrt innerhalb von 40 Sekunden eingegeben werden kann, sind ohne Probleme zu schaffen. Mit etwas Übung und Routine geht es sogar noch schneller. Landkarten und andere Icons (Symbolbilder) helfen dabei schnell und sicher alle Daten für eine Fahrt einzugeben. Der Nutzer kann bereits bei der ersten Anwendung rein intuitiv vorgehen.
Die einfache und schnelle Handhabung geht dabei aber nicht zu Lasten der Sicherheit. Bereits in der nächsten Version sollen direkt aus der App heraus die Profile und Bewertungen der anderen Nutzer sichtbar sein, noch bevor eine Fahrt mit ihnen gebucht wird. So kann bei jeder Fahrt entschieden werden, ob der flinc-Partner vertrauenswürdig ist oder nicht.
Sollte eine Fahrt mal nicht klappen, so kann jeder „flincer“ (Worteigenkreation des Autor; flinc-Nutzer) die Fahrt stornieren, ohne dass Konsequenzen wie schlechte Bewertung oder finanzielle Ansprüche zu befürchten sind. Was jedoch nicht geht, ist eine nachträgliches Ändern der Fahrt, sobald ein Mitfahrer angenommen wurde. Da der Mitfahrer für genau diese „Fahrdaten“ zugesagt hat, wäre dies eine Benachteiligung der Mitfahrer. Eine nachträgliche Änderung kann nur durch eine bilaterale Absprache (Telefonanruf oder interne Nachricht) erfolgen.
Wurde noch kein Mitfahrer offiziell angenommen, so lassen sich alle Daten einer Fahrt auch im Nachhinein problemlos ändern.

Bezahlung:
Im Moment ist es leider nur möglich bar zu bezahlen. Ein Button in der App „Bezahlung getätigt“ und „Bezahlung erhalten“ signalisiert dem System, dass eine Transaktion erfolgreich getätigt wurde und alle Beteiligten (Fahrer und Mitfahrer) zufrieden sind. Später soll eine elektronische Bezahlvariante folgen (siehe hierzu Interview mit dem Firmengründer Benjamin Kirschner)

Internes Benachrichtigungssystem:
Sollte sich durch einen Unfall, einen Stau oder ein sonstiges unvorhersehbares Ereignis die Fahrt verzögern oder verschieben, so können sich Fahrer und Mitfahrer untereinander entweder anrufen (Angabe der Telefonnummer freiwillig) oder kostenlos per internem Nachrichtensystem kontaktieren. Dieses Nachrichtensystem kann natürlich auch genutzt werden, wenn sich die Teilnehmer auf einem vollen Parkplatz nicht sehen o.ä. Durch die Push-Funktion wird der Empfänger einer Nachricht wie bei einer eingehenden SMS über den Eingang informiert.

Fuhrpark:
Für die leichtere Erkennung können in flinc nicht nur Autodaten (Marke, Typ und Farbe) sondern freiwillig auch das Kennzeichen abgegeben werden. Dieses erscheint jedoch erst, wenn die Fahrt gebucht wurde, was ein „Auslesen“ von Autokennzeichen verhindert. Der Mitfahrer kann so am Treffpunkt leichter erkennen, auf welches Auto er oder sie achten muss und die Sicherheit für alle Beteiligten wird erhöht.
Darüber hinaus lassen sich mehrere Autos im Nutzerprofil angeben, welche dann per DropDown Menü bei jeder Fahrt neu angegeben werden können. Wer also einen Fuhrpark mit Ferrari, Rolls Royce, Bugatti. und Co. hat, kann bei jeder flinc-Fahrt ein anderes Auto aus seinem Fuhrpark wählen.

Bewertungssystem:
Um die Sicherheit aller Beteiligten zu erhöhen hat flinc eine Bewertungssystem für Fahrer und Beifahrer eingeführt. Durch das einfache setzen eines „Daumen rauf“ oder „Daumen runter“ können die „flincer“ anzeigen, ob sie auch ein weiteres Mal mit der anderen Person mitfahren würden. Wie Benjamin Kirschner beim App-Test sagt, war die Entscheidung für eine Bewertungssystem nicht leicht. Zu viele persönliche Faktoren spielen bei der Bewertung eines Menschen eine Rolle. Ein schlechter Musikgeschmack ist etwas anderes als betrunken oder zu schnell zu fahren. Trotzdem könnte ein Teilnehmer den anderen Teilnehmer negativ bewerten. Darum entschloss sich flinc für das „Daumen-Prinzip“. Wer angibt auch das nächste Mal mit einer Person mitzufahren, für den war die Fahrt trotz eines eventuell „falschen“ Musikgeschmacks nicht besonders negativ. (Bei groben Verstössen der Beteiligten besteht darüber hinaus immer noch die Möglichkeit flinc direkt anzuschreiben und oder eine Anzeige zu erstatten)

Weitere Entwicklungen:
Trotz des sehr guten ersten Eindrucks, fehlen noch ein paar Einstellung. Diese stehen aber bereits jetzt schon fest und werden in die nächste Version eingebaut. Diese soll vermutlich Februar oder März in den Test gehen. Abschliessend bleibt zu sagen, dass die App eigentlich jetzt schon funktionsfähig wäre. Andere Firmen, welche das Bananen-Prinzip anwenden, hätten die App vermutlich jetzt bereits veröffentlicht. Wie Benjamin Krischner jedoch immer wieder erwähnt, will flinc erst mit einem voll ausgereiften Produkt an die Öffentlichkeit gehen.

Interessenten können sich auf der Homepage bereits jetzt in einem Forum zu Wort melden und ihre Meinung mitteilen.


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Siehe auch: www.flinc.org und www.flincteam.org

UPDATE I:
Auf Netzwertig wurde einige Fragen zu Details gestellt bzw. meine Aussagen in Frage gestellt. Da ich “nur” Journalist bin und keinen Einblick in die Firma oder das Programm direkt habe, kann ich an dieser Stelle nur das wiedergeben, was ich über Gespräche und eigene Tests erfahren habe.

Frage: Aber wie sieht es mit dem Backend aus? Wie gut funktioniert die zweifache Vermittlung von 20 Millionen Kunden täglich?
Antwort: Das Backend bzw. die Datenbank vergleicht Fahrten verschiedener Leute miteinander. Die “besten” Übereinstummungen werden dann per App an die Nutzer weitergegeben. Ob diese Datenbank bei 20 Millionen Anfrage überfordert ist, kann ich nicht sagen. Auch ob die “Vergleiche” passend sind, wird sich im Verlauf erst noch zeigen müssen. Ich vermute der genau Ablauf ist “Firmengeheimnis” der Programmierer und Entwickler.
Frage: Klappt die automatische Navigation zu den Zwischenzielen? Kann flinc das überhaupt?
Antwort: Flinc wird es in einer “nackten” iPhone App und in einer Navigation-App geben. (über diese werde ich vermutlich auch einen Beitrag schreiben). In der “nackten” App (dieser Artikel) gibt es zwar eine Kartenansicht, aber keine Navigation. Ortskenntniss oder ein gesondertes Navigationsgerät ist hierbei nötig.
Frage: …es würde mich überraschen, wenn flinc in seiner “Vermittlungs-Datenbank” jemals mehr als 100 Interessenten geführt hätte.
Antwort: Da flinc im Moment noch im Test ist, sind in der Datenbank erst ein paar Personen. Ausser mir und den Firmenmitarbeitern, haben nur ein paar andere Personen diese App zu Gesicht bekommen. Es können also noch gar keine Personen in der Datenbank sein.

Interview mit Firmengründer Benjamin Kirschner siehe hier. Darüber hinaus stehe ich noch in Kontakt mit anderen Firmen, die ähnliche Ideen anbieten. Wenn alles klappt, werde ich auch über diese Apps einen Bericht verfassen.

UPDATE 15.12.2010:
Leider hat mir das Konkurrenzunternehmen Open-Ride, welches eine ähnliche App ebenfalls in Friedrichshafen, entwickelt abgesagt. Auf Grund fehlender Personalressourcen konnte meiner Anfrage nach einem Interview und einem App-Test nicht entsprochen werden. Gerne hätte ich aus Gründen der Ausgewogenheit die zwei App miteinander verglichen.


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Bätschman

Zweiter Account von Ralf Bachmann --> Details: https://www.ralfbachmann.de/author/ralfbachmann/

7 thoughts to “flinc-App goes online”

  1. Hallo Bätschman,

    verstehe ich das richtig – flinc hat seine Anwendung bislang
    lediglich mit einer Handvoll Anwendern im System getestet und möchte
    in wenigen Wochen live gehen? Einem System, dass überhaupt nur ab einer gewaltigen Mindestanzahl von Kunden funktionieren kann? Pardon – aber was ist dann “Bananen-Prinzip”, wenn nicht das 😉
    Na – ich hoffe doch, sie haben genügend Funktions- und Lasttests vorher
    simmuliert, müssten sie in meinem Augen wenigstens.
    Was die Vermittlungslogik betrifft, wollte ich eigentlich keine
    Ablaufpläne sehen, sondern aus Kundensicht lediglich wissen, ob
    das System in der Lage ist, aufgrund der unterschiedlichen Routen
    von Fahrer und Mitfahrer ein Matching durchzuführen. Denn nur dann
    kann ich den Teilnehmern ein Zeitlimit garantieren. Für Berufspendler
    ist das ein Muss. Und ohne Berufspendler – na ja – wird das Schiff
    “flinc” sowieso nie aufs große Meer auslaufen 😉
    Was die Unterscheidung zwischen der ““nackten” iPhone App” und der
    “Navigation-App” betrifft, kann ich mir das nur so vorstellen, dass der Mitfahrer ja nicht zwingend eine Navigation bräuchte (wäre zwar hilfreich, aber vielleicht später…). Die App des Fahrers ist dann direkt im Navi (also keine iPhone-App?!) integriert? Dazu braucht es aber einen Navi-Hersteller – soweit ich weiss Navigon? Ich hoffe, dass die der Unternehmung dann auch den profesionellen Drall geben können 😎

    Gruß, Peter

  2. @ Peter:
    Danke für dein Kommentar.
    Also im Moment ist alles noch in einem geschlossenen Test. Wann das App im App-Store zur Verfügung steht, also für echten Kunden zugänglich sein soll, ist mir im Moment nicht bekannt. Im Moment läuft alles mit Testnutzern in einem kleinen Gebiet und in einem “geschlossenen” Test. Einer der Testnutzer bin ich. Darum kann ich auch darüber berichten. Noch kann man sich gar nicht von ausserhalb anmelden, ausser man wohnt in diesem Testgebiet (Friedrichshafen/Ailingen). Vielleicht ist durch meinen “Einblick” und meinen Blogeintrag der Eindruck entstanden, das Programm stünde kurz vor der Veröffentlichung. Dem ist nicht so. Durch meine “Mitarbeit” kann ich nur deutlich früher darüber berichten, als das vielleicht bei anderen Programmen der Fall ist. Vermutlich hätten die ersten Blogger die App erst in 6 oder mehr Monaten zu Gesicht bekommen. Ich denke, dass sich die nächsten Monate noch viel entscheiden wird.

    Ein Matching findet so wie ich das verstanden habe statt. Die Routen aller Beteiligten werden verglichen und die besten/passendsten Routen werden dir dann als Fahrer bzw. Mitfahrer zugeschickt. Diese Vermittlung bzw. das Matching übernimmt die Datenbank.
    Eine Navigation ist schön wird aber technisch gesehen von keiner Seite benötigt. Wenn beide Teilnehmer ortskundig sind oder einen andere “Navigationstechnik” verwenden (Strassenkarte oder getrenntes Navigationsgerät), können beide Teilnehmer problemlos das reine (“nackte”) iPhone App verwenden. Die Vermittlung der Fahrt übernimmt flinc und den Treffpunkt muss der Fahrer halt selber finden. Ist nicht so komfortabel wie mit einem Navigationsgerät, klappt technisch gesehen aber auch.
    In den nächsten Wochen werde ich eventuell die Navigationskomponente testen können. Dann kann ich einen ausführlichen Bericht darüber schreiben. Vielleicht werden dann mehr deiner Fragen beantwortet.

    Berufspendler (aber auch jede andere Strecke) können aber auch ihre Zeiten/Fahrten im Voraus planen. Wer weiss, dass er 5Mal die Wochen durch eine Stadt fährt, gibt die Fahrten ein paar Tage oder Wochen im Voraus ein. Andere Teilnehmer werden dann sobald diese ihre Strecke eingeben haben, vermittelt. Der Zeitpunkt ist dabei egal. Ob 1 Monat oder 1 Minute vor Abfahrt spielt dabei keine Rolle. Man kann auch Fahrten ein paar Tage im Voraus zusagen/bestätigen.

    Wie immer gilt, dass ich “nur” ein Testnutzer und ein Journalist bin. Ich arbeite nicht für die Firma und habe keinen Einblick in firmeninterne Angelegenheiten und bin kein Pressesprecher o.ä.

  3. Hallo Bätschman,

    Danke für die Angaben zu deinen Erfahrungen mit flinc. Leider bestätigst du damit meine Befürchtung, dass flinc vom Prinzip her lediglich eine mobile Mitfahrzentrale geworden ist. Da ich momentan selbst von München nach Darmstadt pendle, weiss ich nur zu genau, dass die Vermittlungsrate von Mitfahrzentrale.de oder Mitfahrgelegenheit.de sehr sehr dürftig ist. Umständlich und zeitaufwändig sowieso, da beisst sich die Katze in den Schwanz. Nur durch die Verlagerung des alten workflows aufs Smartphone wird sich die Kundenstruktur (i.W. Studenten, Auszubildende und jüngere Gelegenheitsreisende) aber nicht ändern. Das gigantische Potential der Berufspendler ist so gewiss nicht aktivierbar. Damit wird flinc sicher nicht aus der Nische kommen. Schade eigentlich 8-(

  4. Mitfahrzentralen haben ein so geringes Volumen, daß es sich kaum lohnt in dieser Branche weiter zu investieren beziehungsweise Innovationen auf den Markt zu bringen. Gerade bei Flinc sieht man besonders deutlich, wie viel Wert auf Gutglauben gelegt wird. Beziehungsweise natürlich auch auf das Schönreden.

    Sie werkeln schon seit drei Jahren daran und haben immer noch keine fertige Applikation. Ganz ehrlich, den Investor, den die haben möchte ich auch haben. Und sie sind ja nicht die Einzigen. Weltweit gibt es so viele Mitbewerber in diesem Bereich, die versuchen einen so geringen Markt abzuschöpfen.

    Man sieht, daß ich recht habe darin, daß so gut wie kein Mensch darüber Bescheid weiß, daß es diese Smartphone-Mitfahrzentralen gibt. Würde ich sagen, daß Internetsuchmaschinen kein Mensch nutzt, wer kennt schon Google, dann würde sofort ein Widerspruch auftauchen. Aber bei Mitfahrzentralen ist schlicht und einfach der Markt viel zu klein und viel zu unbedeutend und überschaubar, was die Gründer auch nicht beachtet haben.

    Einerseits interessiert es mich, wie sie mit einem so schlechten Konzept Investoren finden konnten, andererseits tun Sie mir schon etwas leid; sobald sie das Projekt richtig an die Öffentlichkeit bringen werden Sie feststellen, daß der Bedarf danach nicht vorhanden ist. Die Investoren werden einsehen müssen, daß sie ihr Geld verloren haben und die jungen Mitarbeiter werden sich nach einem neuen Beruf umsehen müssen.

  5. Hallo Stefan,

    du hast eine sehr negative Sicht auf das Thema.
    Natürlich hat keiner von uns eine Kristallkugel. Die Zahlen (ich habe diese in mehreren Artikeln erwähnt) zeigen jedoch, dass die Leute (vor allem junge Leute) Alternativen zum eigenen Auto und zur Bahn suchen. Auch im Hinblick auf den Preis.
    Die neuen Apps/Programme/Ideen haben den Vorteil, dass sie nicht nur Datenbanken anzeigen, die der Nutzer selber durchsuchen muss, sondern aktiv dem Nutzer das Suchen und damit das Arbeiten abnehmen.

    Die einzelnen Apps weltweit haben verschiedene Ansätze und auch leicht verschiedene Zielgruppen. In sechs Monaten wissen wir vielleicht mehr. Ich werde versuchen am Ball zu bleiben.

    Hier noch ein Link:
    http://twitter.com/MFGde/statuses/45427474020057088 scheint als würde die Leute die Idee der Fahrtenvermittlung doch interessant finden.

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