Mobiltelefone für Kinder haben ihre Berechtigung

Brauchen Kinder Mobiltelefone? Diese Frage stellte unlängst die Süddeutsche Zeitung und kam zum Schluss, dass spezielle „Kinder-Verträge“ sich im Vergleich zu regulären Prepaid-Anbietern nicht lohnen. Auch der Mobilfunkblog Prepaid-Deutschland.de hat die Frage aufgegriffen und kam zum Fazit, dass ein genaues Vergleichen wichtig ist.

Beide Ansätze sind prinzipiell nicht falsch, versäumen es jedoch auf spezielle Frage einzugehen. Bei der Thematik Kinder und Mobiltelefone sollten zunächst drei grundlegende Fragen beantwortet werden. Eltern sollten sich fragen ob es sich um ein Kind (0-12 Jahre) oder um einen Jugendlichen (12-18 Jahre) handelt. Beide Gruppen benötigen eine getrennte Betrachtungsweise. Dabei sollte man als Eltern nicht gleich pauschal Mobiltelefone in Kinderhänden ablehnen, sondern sich überlegen, wo genau die Gefahren liegen und wie man diese umgehen kann. Der zweite wichtige Punkt ist, ob man sich für eine Hardwarelösung (spezielles Mobiltelefon) oder Softwarelösung (spezieller Vertrag oder Prepaid) entscheidet. Beide Ansatzpunkte ergeben unterschiedliche Lösungen. Der dritte Punkt ist das Nutzungsverhalten. Wie Erwachsene, so haben auch Kinder und Jugendliche ein bestimmtes Nutzungsverhalten, welches sich auf die Wahl des Anbieters und der Technik auswirkt.

Kind oder Jugendlicher:
Wie oben erwähnt sollte ein Mobiltelefon in Kinderhänden nicht pauschal abgelehnt werden. Unter gewissen Voraussetzungen gibt es durchaus Gründe auch Kindern ein Mobiltelefon zu geben. Es bringt jedoch bei dieser Betrachtungsweise nichts, Kinder und Jugendliche in eine Topf zu werfen. Ein Jugendlicher, der mit seinen Freunden kommuniziert und vielleicht sein Mobiltelefon mit dem Taschengeld selber bezahlt, hat grundlegend andere Nutzungsbedingungen als Kinder. Somit sollten diese beiden Gruppen auch unterschiedlich betrachtet werden.



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Softwarelösung:
Bezahlt ein Jugendlicher seine Mobilfunkrechnung selber, muss er wie jeder andere Erwachsene den für sich am besten geeigneten Anbieter finden. Da jüngere Jugendliche oft die Preise und ihr Telefonverhalten nicht genau überblicken können empfiehlt es sich, einen Prepaid-Anbieter zu wählen. Dabei ist darauf zu achten, dass es sich nicht im einen Pseudo-Prepaid-Anbieter handelt. Bei Pseudo-Prepaid-Anbietern erfolgt die Abbuchung des Guthabens zeitversetzt, wodurch es zu Minusbeträgen kommen kann, was zu einer Ersatzforderung oder zur Kündigung führen kann.
Ist das Mobiltelefon für ein Kind bestimmt müssen sich Eltern überlegen, aus welchen Gründen das Kind eine Mobiltelefon benötigt. Gerade in grösseren und kleineren Notfällen kann es sich durchaus anbieten dem eigenen Kind ein Mobiltelefon mitzugeben. Spezielle „Kinder-Verträge“ wie z.B. Toggo Mobil werben mit kostenloser Elternrufnummer und interner SMS-Flat. Laut Süddeutsche Zeitung lohnen sich diese speziellen „Kinder-Verträge“ preislich jedoch nicht, da ein normaler Prepaid-Anbieter oft billiger ist. Oft zählen jedoch nicht nur die finanziellen Aspekte. Was oft komplett unterschlagen wird, sind Zusatzfunktionen, welche nicht unbedingt dem Kind etwas bringen, sondern eher für die Eltern bestimmt sind. Der Toggo Mobil Vertrag (mit Grundgebühr) beinhaltet z.B. pro Monat acht kostenlose Handyortungen. Eltern können per PC das Mobiltelefon ihres Kinder orten lassen. Somit zählen nicht nur die Preise, sondern auch kinderspezifische oder besser gesagt elternspezifische Zusatzleistungen. Ein Vergleich spezieller „Kinder-Verträge“ mit regulären Prepaid-Anbietern endet oft im Apfel-Birnen Vergleich.
Zudem gibt es seit geraumer Zeit immer mehr Anbieter, mit denen die Kunden ohne Grundgebühr und ohne Aufpreis kostenlose untereinander telefonieren können. Haben also Kinder und Eltern den gleichen Anbieter (z.b. GMX und 1&1 oder maxxim), kann das Kind kostenlos mit den Eltern telefonieren und somit jederzeit und ohne Kostenrisiko anrufen.

Hardwarelösung:
Oft haben Eltern Angst, dass das Kind das Guthaben sinnlos verbraucht, oder zum Spass in China anruft und lehnen darum Mobiltelefon in Kinderhänden kategorisch ab. Hierbei kann ein Trick helfen. Einige „Senioren-Handys“ sind für eine leichtere Verständlichkeit so gebaut, dass sie nur 3-6 Tasten besitzen, die im Vorfeld am Computer mit einer festen Telefonnummer vorprogrammiert werden können. Diese Mobiltelefone besitzen also kein normales Tastenfeld und können somit keine frei wählbaren Telefonnummern anrufen. Eltern können per Vorprogrammierung also genau bestimmen welche Nummern das Kinder anrufen kann.
Kombiniert man diese Mobiltelefone dann noch mit einem kostenlosen Anbieter, kann das Kind so viel telefonieren wie es will, die einzigen Personen, die das Kind erreichen kann, sind z.B. Mama, Papa und Oma. Ein Anruf in China wird technisch ausgeschlossen. Ausserdem ist die Bedienung des Mobiltelefon im wahrsten Sinne des Wortes „kinderleicht“.

Fazit:
Beim Entscheid dem eigenen Kind ein Mobiltelefon anzuvertrauen kommt es also nicht nur auf die Preise an. Auch die Zusatzleistungen wie kostenlose Elternrufnummer, Handyortung oder das passende Mobiltelefon müssen bedacht werden. Die heutigen Anbieter und die heutige Technik bieten zahlreiche Möglichkeiten Kindern den „Luxus“ und die Sicherheit eines Mobiltelefons zu ermöglichen, ohne die Eltern in eine Schuldenfalle zu bringen.

Ob man dem 10jährigen Kind ein teures Smartphone mit All-Net Flat und Internet Flat schenkt, steht jedoch wieder auf einem ganz anderen Blatt.


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