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De-Mail Preise nehmen Gestalt an

Als erster Anbieter für den „rechtsverbindlichen Online-Brief“ hat die Post ihre zukünftigen Preise veröffentlicht. Mit der offiziellen Einführung Juni 2010 soll das Versenden einer E-Mail mit 20 Cent zu Buche schlagen.
Die Post bewegt sich damit im oberen Preissegment für vergleichbare Produkte. So kostet z.B. ein Online-Brief in Dänemark laut Spiegel.de lediglich acht Cent, in Kanada dafür 22 Cent.

Die relativ hohen Preise rufen natürlich die Konkurrenz auf den Plan. So hat 1&1 bereits einen Preiskampf ausgerufen:

1&1-Vorstand Jan Oetjen, zuständig für web.de und GMX, sieht eher Preise von unter 15 Cent für die De-Mail-Version seines Unternehmens, selbst “einstellige Centbeträge pro De-Mail” seien denkbar. Endgültig festlegen möchte er sich aber noch nicht.

In vielen Artikeln im Internet wird das Post-System mit dem Konkurrenzprodukt „De-Mail“ der Bundesregierung, T-Online und United Internet verwechselt. Wie ich in früheren Artikeln bereits beschrieben habe, ist die Post und damit ihr Online-Brief (noch) NICHT Teil des De-Mail-Systems. Die deutsche Post hatte sich schon früh abgetrennt und entschlossen ein eigenes System auf dem Markt zu bringen, das jedoch technisch gesehen dem De-Mail-System sehr ähnlich ist.

Die Post fürchtet durch das behördliche Projekt einen Einbruch bei ihren Umsätzen, legte darum ein eigenes Konkurrenzmodell auf, mit dem sie nun schneller auf dem Markt sein will als die Regierung und ihre akkreditierten De-Mail-Provider. Um die Geschäftswelt für ihr neues Angebot zu begeistern, will die Post mit ihrer Zuverlässigkeit und Kompetenz beim Datenschutz werben.

Da ja die Telekom in den letzten Jahren nicht wirklich beim Datenschutz geglänzt hat, könnte hier zumindest eine psychologische Stärke für das Post-System sein. Auch ist für viele User im Netz die Mitarbeit der Deutschen Regierung am De-Mail-System ein rotes Tuch. Allerdings sein an dieser Stelle vermerkt, dass laut Auskunft von Dr. Uwe Schiel sowohl das De-Mail-System wie auch das Post-System den gleichen rechtlichen Bestimmungen unterliegen wie alle E-Mail-Systeme in Deutschland. E-Mails können mit einem richterlichen Beschluss genauso eingesehen werden wie seit eh und je.
Es bleibt also unterm Strich nur die psychologische respektive vermutete Zuverlässigkeit des Unternehmens selbst, dass über Erfolg oder Misserfolg beim Kunden entscheidet.

Die Zeichen für die Post stehen im Moment jedoch nicht schlecht.

Die Post will für den neuen Dienst vor allem große Versicherungen und Unternehmen gewinnen, die beispielsweise Lohnabrechnungen, Rechnungen, Policen und Tarifänderungen bislang per Brief verschicken. Dabei will die Post vor allem mit ihrer Zuverlässigkeit und Datenschutz werben. Der Bonner Konzern hofft allein im ersten Jahr auf einen dreistelligen Millionenumsatz mit dem Online-Brief. Dem Vernehmen nach sind nach dem ADAC, der mit der Post kooperieren will, aktuell etwa zehn große Unternehmen an dem neuen Post-Service interessiert.

Wenn die Pläne aufgehen, wird es wohl auf zwei getrennte und parallel laufende System herauslaufen. Das De-Mail-System und das Post-System haben dann vermutlich mehrere Jahre Zeit sich von der Konkurrenz abzuheben. Dann wird sich erst entscheiden welches System bleibt und welches geht. Auch könnte von Bedeutung sein, welche grossen Firmen und Versicherungen sich dem jeweiligen System anschliessen und wie frequentiert und wichtig die Kommunikation mit diesen Firmen für die Nutzer ist.
Für den Kunden heisst das wohl, dass er wohl zu Beginn beide System nutzen muss, um alle Annehmlichkeiten des rechtssicheren Online-Briefs zu „geniessen“. Ich vermute kaum, dass Firmen, Banken und Versicherungen den Service anbieten und Mitglied bei beiden System werden. Hier wird sich wohl der Kunde die Mühe machen müssen.
Im WWW lässt sich im Moment nämlich nichts finden, das davon ausgehen lässt, dass beide System kompatibel zueinander sind.

Weitere Quellen: Wiwo.de heisse.depcgameshardware.de

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