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Was hat Europa je für uns getan?

Nicht nur in der Schweiz höre ich immer wieder Beschwerden, wie schlecht die EU sei. Vom geringen Milchpreis der unseren Bauern kaum Geld zum leben lässt, über die Steuerverschwendung in Brüssel bis hin zu Fehlentscheidungen für Gemeinden und Kommunen respektive das fehlende Subsidiaritätsprinzip (siehe Wikipedia). Doch Europa wirkt heute in fast allen Bereichen unseres Lebens, vom Essen über Technik zum miteinander leben.
Oft denke ich, dass Leute die sich beschweren immer nur ihren persönlichen Teilaspekt sehen. Wenn ich Bauer bin, dann sehe ich den Milchpreis, wenn ich ein sparsamer Mensch bin sehe ich die Steuerverschwendung usw. Doch Europa bzw. ein grosser Zusammenschluss wie die EU muss im Gesamten gesehen werden.

Was hat Europa je für uns getan???

Was hat Europa je für uns getan? – ist eine Homepage die sich dieser Frage stellt. Was hat der einfache Bürger von Europa zu erwarten bzw. was wurde bis jetzt erreicht? Bevor man nämlich über den Milchpreis meckert, sollte man mal nachdenken wie oft man telefoniert, Essen im Supermarkt kauft, über die Grenze fährt oder nicht mehr Krieg vor der eigenen Haustür erlebt hat.

Sicherlich will ich die EU nicht in den Himmel loben. Es gibt viele Fehler und Probleme, welche dringend geändert werden müssen. Doch für mich überwiegen die Vorteil ganz klar vor den Nachteilen. Die Gesamtidee stimmt und geht in die richtige Richtung.
Vergleichen wir doch mal die EU mit den USA. Zwar existiert die EU mit allen ihren Vorgängern der Montan Union, dem EWR und der EG schon seit längerem und ein Kollege würde jetzt den historischen Zeigefinger heben und anmerken, dass man die zwei Staatenzusammenschlüsse nicht vergleichen kann, neu beweisen muss sich die EU jedoch erst seit dem Wegfall des bösen Feindes aus dem Osten. Seit dem Fall der Mauer steht die EU nicht mehr als ein Gegenpart zum Ostblock da, sondern muss sich sozusagen aus sich selbst heraus rechtfertigen. Seit circa 20 Jahren wird die EU also mit Adleraugen begutachtet.
Die USA habe sich 1775 für unabhängig erklärt. Dann gab es erstmal den Unabhängigkeitskrieg und dann konnten die USA als eigenständiger Staat gegründet werden. Sind wir mal grosszügig und geben 30 Jahre obendrauf. Wie gross und mächtig waren die USA zu Beginn des 19. Jahrhunderts? Wo stehen die USA jetzt? Ich denke bei allen Diskussionen um die EU wird ein Faktor immer ausser acht gelassen – die Zeit. Die Gründung einer “Dachorganisation” braucht Zeit und bei der Entwicklung und Ausarbeitung macht man Fehler. Das ist menschlich!
Doch wir leben in einer Demokratie und sind alle aufgerufen mit an der Zukunft zu arbeiten. Also bevor man meckert und nur einen Einzelaspekt herauspickt sollte man erstmal wählen gehen und sich produktiv für eine sichere und stabile Zukunft einsetzen.

Ähnlich verhällt es sich mit dem Märchen vom Teuro. Viele meiner Bekannten schimpften und schimpfen auf die EU als Staatsform, weil der Euro ihrer Meinung nach ALLE Produkte teurer machte. Zu diesem Thema wurde viel gesagt und geschrieben und darum verweise ich hier nur auf eine Studie von SternTV.

Eine kleine Geschichte, die ich an dieser Stelle nur beispielhaft erwähnen möchte ist die des teuren Döners. Als der Euro eingeführt wurde veränderte sich der Dönerpreis in meiner Heimatstadt von 6 DM auf 3,50 Euro. Ein Grossteil meiner Kollegen meckerte über die Verteuerung des Dönerpreises auf Grund des Euros. Allerdings zeigt sich bei Nachforschungen, dass nicht alle Dönerbuden die Preise erhöht hatten, es also auch Verkäufer gab, die relativ genau 6 DM zu 3 Euro umrechneten. Auf meine Frage warum die Kollegen nicht zu diesen Verkäufern gingen, um damit diese zu unterstützen und um den anderen Verkläufern zu zeigen, dass sie nicht bereit seien den zu hohen Preis zu bezahlen, kamen nur flache Ausdreden. Von der “kurzen Wegstrecke” bis hin zu “da gehen wir aber immer hin” kam so gut wie alles zur Sprache. Nur keine sinnvollen Argumente. Der Argumentation, dass der Kauf eines überteuerten Produktes nach marktwirtschaftlichen Kriterien dem Verkäufer und dessen Preispolitik recht gibt, waren sie in keinster Weise zugänglich. Dass ein Verkäufer gezwungen wird mit dem Preis herunterzugehen, wenn kein Kunde mehr seine Produkte kauft, war ein System, welches sie mit dem Argument “was kann ich als Einzelner schon bewirken” abwinkten.

Was ich mit der Geschichte ausdrücken will ist, dass viele Personen sowohl beim Preiskampf wie in der Politik ihre Macht als Einzelner nicht erkennen. Jeder Kauf/Nichtkauf und jede Stimme zählt. Aus einer Stimme werden mehrere, aus mehreren Stimmen werden Bewegungen und aus Bewegungen werden Veränderungen.

Frei nach Kennedy: Frage nicht was Europa je für dich getan hat sondern frage was du für Europa tun kannst? Antwort: Geh wählen oder schlaf mit deiner Sekretärin. Mehr Babys braucht das Land! 😉

Quellen:
http://www.washateuropajegetan.at
http://www.whathaseuropedone.eu
http://www.menschen-bilden-europa.de

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