Facebook Check-Ins per QR-Code

qrcode

QR-Codes bleiben vermutlich auch 2014 eine fast religiöse Frage. Kaum ein anderes Thema wird so kontrovers diskutiert, so oft beerdigt und so oft wieder ausgegraben, wie die pixeligen Quadrate. Doch die sichtbare Anzahl im täglichem Leben steigt langsam aber beständig an. Von Fast-Food Ketten über Plakatwerbung bis hin zu Pommesbuden finden sich QR-Codes.
So verschieden die Einsatzorte sind, so verschieden sind auch die Inhalte und Anwendungsmöglichkeiten. Von Links auf Websites, zu Gewinnspielen oder zu Social Media Präsenzen ist alles vertreten. Auch touristische Attraktionen nutzen bereits QR-Codes, um den Besuchern Zusatzinformationen anzubieten. Oft steckt der Fehler jedoch im Detail.

Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen
Auch wenn es naiv klingt, so kann es nicht oft genug wiederholt werden. Ein QR-Code ist ein Werkzeug, welches einen bestimmten Einsatzzweck und damit ein bestimmtes Ziel hat. Und wie bei einem Werkzeug gibt es unzählige Möglichkeiten, das Werkzeug falsch einzusetzen. Markus Mayr hat auf http://public-correlations.de ein paar schöne Beispiele aufgetragen, wie man QR-Codes nicht einsetzen sollte.

Kurze Zusammenfassung:
1. QR-Codes in Räumen ohne Internetverbindung wie z.B. U-Bahnstationen
2. QR-Codes auf beweglichen Objekten wie z.B. Autos
3. QR-Codes in U-Bahnhöfen, bei denn man beim Scannen fast auf die Gleise fällt (zusätzlich zur fehlenden Internetverbindung)
4. keine Smartphone optimierte “Landing Page”
5. “peinliche” Plakate, die kein Kunde in Öffentlichkeit scannen will wie z.B. Kondomwerbung
6. Ziellink auf eine Website, die man von Hand hätte schneller eingeben können
7. der Kunde/Interessent weiß nicht, was ihn/sie hinter dem QR-Code erwartet (Call-to-Action)
8. QR-Codes, die viel zu weit entfernt sind, respektive dann nicht groß genug sind wie z.B. auf Hochhäuser, Flugzeugen!!! o.ä.
9. QR-Codes, die man bei der Autofahrt oder anderen gefährlichen Situationen scannen müsste (siehe QR-Codes in U-Bahnstationen)
10. QR-Codes die z.B. im Fernsehen oder auf Werbe-Displays nur ein paar Sekunden angezeigt werden
11. …..

Die Liste ließe sich vermutlich noch lange fortsetzen. Gerade bei QR-Codes kann vieles falsch gemacht werden. Die letzten Jahre sollten eigentlich genug Zeit gewesen sein, zu erkennen, wie man es nicht macht – leider war dies nicht so. Der schlechte Ruf der QR-Codes stammt damit oft von einer (technisch) falsch verstandenen Marketing-Ideen oder einer nicht bis ans Ende durchdachten Customers-Journey.
Beim QR-Code-Marketing gilt es somit auch den Weg zum Ziel bis ans Ende zu durchdenken. Jeder Bruch und jedes Hindernis beim Weg zum gewünschten Ziel (Ort des QR-Codes, Link, Website, Gewinnspiel, Fanpage etc.) ist eine potentielle Absprungmöglichkeit für den Interessenten. QR (quick response) sollte darum nicht nur mit “schnell” sondern auch “unkompliziert” oder “geradlinig” übersetzt werden.

Facebook App direkt per QR-Code starten
Eine Möglichkeit einen QR-Code zu nutzen sind Check-Ins. Neben dem – zumindest in den USA deutlich beliebteren – Foursquare Check-In besteht auch die Möglichkeit seine Gäste per Facebook einchecken zu lassen. Der Check-In wird dann unter allen Freunde geteilt und das Unternehmen erhält so “kostenlose” Werbung. Voraussetzung dafür ist ein Facebook-Ort, der auch mit der Unternehmens-Seite auf Facebook verknüpft ist.

Meistens wird der Fehler gemacht und lediglich die reguläre Facebook-URL per QR-Code transportiert wird. Der Gast scannt dann den QR-Code und erhält den Link: http://facebook.com/unternehmens-fanpage. Die Folge ist, dass das Smartphone (oder Tablet) die Facebook-Seite im Browser öffnet. Da aber heute rund 80% der Smartphone-Nutzer Facebook via App und nicht via Browser nutzen, landet der Gast unweigerlich auf einer Seite auf der nichts machen kann, da er nicht via Browser in Facebook eingeloggt ist. Sollte sich der Gast nun die Arbeit machen, sich per Browser anzumelden, landet er eventuell zuerst auf seinem Profil. Wer sich dann noch die Mühe macht, die richtige Unternehmensseite zu suchen und sich dort dann doch noch einzuloggen, hat sicherlich sehr viel Zeit oder ist extrem am Unternehmen interessiert. Jeder gängige Nutzer wäre beim ersten oder zweiten Hindernis vermutlich schon abgesprungen und die Chance für das Unternehmen in der Facebook-Timeline vielleicht hunderter Freunde des Kunde zu erscheinen vertan.
Die Lösung liegt in der Codierung des Links, welchen der QR-Code transportiert.

Der Link macht den Unterschied
Die Verwendung einer speziellen URL wie z.B. “fb://profile/168324756525316„ (ohne Anführungszeichen) führt nach dem Scannen (oder manuell in den Browser eingeben) nicht nur die Facebook-App unter iOS und Android direkt aus, sondern bringt den Nutzer auch direkt zur hinterlegten Firmenseite – in diesem Fallbeispiel das Medien am See in Friedrichshafen.
Die Profil-Nr. ist dabei, gerade bei Seiten mit Vanity-URLs, leider nicht leicht herauszufinden. Am einfachsten erhält man diese über eine Foto-URL. Die Profil-Nr. ist die letzte Nummer vor dem Schrägstrich.

qr-code-check-in

Call-to-Action
Danach muss die URL nur noch in einen QR-Code verwandelt werden und z.B. im Eingangsbereich des Unternehmens mit einem passenden Call-to-Action deutlich sichtbar platziert werden und natürlich kann der Kunde im gleichen Atemzug auch Fan der Seite werden oder ein Kommentar hinterlassen.
In wie weit dem Kunden ein “Incentiv” (Belohnung) für das Einchecken angeboten wird, bleibt dann jedem Unternehmen selbst überlassen.

tl;dr:
QR-Code sind unter gewissen Voraussetzungen ein gutes Marketingwerkzeug. Wie aber beim gesamten Online-Marketing müssen viele Faktoren (Psychologie, Technik, Ziele, Einsatzorte etc.) berücksichtigt werden. Die Komplexität der Thematik erfordert zum regulären Marketing ein tiefes Verständnis für Kommunikationsstrategien und Online- respektive Smartphone-Techniken. Erst dann sind QR-Codes richtig eingesetzte Werkzeuge – oder – wie öffne ich direkt per QR-Code die Facebook App auf dem Smartphone meines Kunden um diesen direkt einchecken oder Fan werden zu lassen.

Weitere Links:
QR-Code Generator mit vielen Möglichkeiten (http://goqr.me/de/)

Ralf Bachmann

Aktuell: Leitender Online Projektmanager. Ausgebildeter Journalist & PR-Berater mit Faible Content-Marketing, Social Media, Unternehmenskommunikation und alles rund um Web 2.0.

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Ralf Bachmann

Ralf Bachmann

Aktuell: Leitender Online Projektmanager. Ausgebildeter Journalist & PR-Berater mit Faible Content-Marketing, Social Media, Unternehmenskommunikation und alles rund um Web 2.0.

2 thoughts to “Facebook Check-Ins per QR-Code”

  1. Lieber Ralf, ein wirklich beherzter Artikel zum Thema QR Codes für Facebook. Vor allem die Einbindung des richtigen Links wird sehr schön erklärt. Mir ist es bislang nicht gelungen, das mit den richtigen Worten so verständlich zu vermitteln. Es stimmt tatsächlich, leider wird auch Jahre später im Umgang mit QR Codes immer noch viel falsch gemacht. Ganz wesentlich und für mich einer der wichtigsten Punkte überhaupt, ist, sich die ehrliche Frage zu stellen, ob die Inhalte hinter den Pixeln für die Nutzer tatsächlich einen Mehrwert liefern. Im schlimmsten Fall lässt man sie enttäuscht zurück. Ein Redakteur hat das einmal schön auf den Punkt gebracht „Und so scannen viele Menschen einen QR Code genau zwei Mal: Zum ersten und auch gleich zum letzten Mal.“ Uns als QR Code Plattform mit Herz ist es daher ein besonderes Anliegen, nicht nur einen (kostenlosen) Generator zur Verfügung zu stellen, sondern auch mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Wertvolle Tipps finden sich regelmäßig auf unseren Blog. Und zu guter Letzt noch ein paar QR-Code Schmankerl zum Schmunzeln 😉 Liebe Grüße aus Wien, Sarah von https://qr1.at

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