NEWS: Werbung im Facebook-Messenger Chatverlauf

Es gibt spannende Neuigkeiten im Bereich der Verschlüsselung bei WhatsApp und dem Facebook-Messenger. Am 1. August hatte Facebook ein Patent veröffentlicht, nicht nur in der Facebook-Messenger App, sondern auch direkt im privaten Chatverlauf personalisierte Werbung anzeigen zu können. Spannend wird dieses Patent vor allem in Kombination mit anderen geplanten Veränderungen bei Facebook.

3 entscheidende Änderungen:

1.) Seit längerem ist ja bekannt, dass Facebook gerne WhatsApp, den Facebook Messenger und das Chat-Tool von Instagram technisch zusammenlegen will. Aus wirtschaftlichen Gründen erstmal nachvollziehbar. Auch für Nutzer würde dies Vorteile bringen. So sollen in (ferner?) Zukunft Nachrichten zwischen allen drei Systemen ausgetauscht werden können. Man würde also nur noch eine App benötigen, um alle Kontakte zu erreichen. Facebook würde damit zum Multi-Messenger, der außer China und ein paar andere Staaten, fast die komplette Welt abdeckt.
Landkarte Messenger-Nutzung 

EDIT: Instagram Nutzer können bald direkt mit FacebookMessenger Nutzer chatten. 

EDIT: Whatsapp lässt sich wohl bald auf mehreren Geräten gleichzeitig nutzen. Offen ist, was mit der Verschlüsslung passieren soll.

2.) Hierfür will und muss Facebook die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufbrechen und die Nachrichten für alle Systeme les- und verarbeitbar machen.

3.) Ganz neu kam Ende der Woche (1.08.2019) heraus, dass Facebook bald auch Werbung im Facebook-Messenger innerhalb der privaten Chats anzeigen will. Und jetzt kommt es: Auf Basis der per KI analysierten und damit gelesenen Chat-Nachrichten.

Konklusion:
Kombiniert man nun diese drei News, kommt heraus, dass Facebook erstens alle Nachrichten liest/lesen wird und zuerst im Facebook-Messenger und später höchstwahrscheinlich auch in WhatsApp und dem Chat-Tool von Instagram, personalisierte Werbung innerhalb der Chatverläufe anzeigen wird. Eine Horrorvorstellung!

Wenn es um Hundefutter geht, ist es vielleicht noch zu verkraften. Bedenkt man aber sensible Themen wie Gesundheit, Finanzen, Erbe, Steuern, Geo-Lokation (Positionsortung) usw. wird es echt übel. Anders kann man es nicht sagen.
Natürlich, die Menschen ziehen sich seit Jahren von (semi-)öffentlichen Plattformen wie Facebook zurück in Messenger/Chat-Apps. Das ist bekannt. Facebook “muss” aus eigener Sicht einen Weg finden, diese Abwanderung zu Geld zu machen. Und opfert dabei den letzten Bereich unserer Privatsphäre.
Fairerweise muss man an dieser Stelle sagen, dass GMail – also das E-Mailprogramm von Google – diese Praktik schon einige Jahre lang angewendet hat.

Wichtig:
Aktuell ist es nur ein Patent. Es gibt noch keine offiziell kommunizierten Pläne seitens Facebook, die Technik einzusetzen.

Quellen:
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11649536-facebook-messenger-werbung-chats
https://twitter.com/jselzer/status/1156242746941816832
https://twitter.com/breitband/status/1156195550418690050
https://twitter.com/paul_shetler/status/1155301922603094016
http://blauerbote.com/2019/07/30/facebook-via-massenueberwachung-via-whatsapp-ein/
englisch: https://mashable.com/article/facebook-patent-targeted-ads-messenger-chats
französisch: https://www.phonandroid.com/messenger-facebook-envisage-afficher-publicites-conversations.html
Bereits 2018 war von Auto-Play Videos im Chat-Verlauf die Rede: https://www.handyflash.de/blog/news/facebook-platziert-werbevideos-im-messenger-chat/

Eure Meinung:

Immer wenn Facebook und WhatsApp einen Datenskandal haben oder neue Werbeformen einführen, kommt ein Aufschrei der Nutzer, aber es ändert sich kaum etwas. Ihre Daten sind den meisten Nutzern relativ egal. Vermutlich weil man keine Auswirkungen spürt. Bei Werbung hört der Spaß für viele aber auf und je personalisierter die Werbung ist, desto verstörender und angsteinflößender wird es für viele Nutzer. Was denkt ihr? Wird diese – bis ins Private vordringende Werbung – der Todesstoß sein? Und damit Alternativen wie Threema oder Telegram pushen?
Diskutiert in den Kommentaren mit.

P.S. – persönliche Meinung:

Ich biete hier auf meiner Website neben Threema sowohl den Facebook-Messenger, wie auch WhatsApp als Newsletter-Tool bzw. als Kanal Newsletter zu empfangen an. Es ist mir bewusst, dass ich damit natürlich indirekt beide Plattformen unterstütze. Aus diesem Grund gibt es ganz neu meinen Threema-Newsletter oder auch den Telegram-Newsletter. Wobei auch der Telegram-Messenger für Sicherheitsfans diverse Lücken aufweist. Das Thema ist also alle andere als einfach.

UPDATE:

Weiter Quellen:

Mimikama: Facebook Messenger: Werbung bald in Chats

CCC auf Twitter: „Facebook fährt die Verschlüsselung in #WhatsApp zurück“

Twitter mit Bild: Facebook Messenger platziert in der iOS-App Werbung, als wären sie normale Chats.

UPDATE 2:

In den letzten Tagen wurde bekannt, dass eigentlich so gut wie alle großen Messenger und Sprachassistenten mitgelesen respektive mitgehört werden. Für die einen ein Aufreger, für die anderen eigentlich nur die Bestätigung für etwas, was sie schon  immer ahnten. Wohin geht die Entwicklung? Ist es normal, dass Firmen uns zuhören? Gewöhnen wir uns an den Zustand?

Intendant eines Hamburger Theaters darf nicht in die Türkei einreisen. Als “Beweis” werden per WhatsApp verschickte Bilder gezeigt. WhatsApp scheint also direkt von Regierungen “abgehört” zu werden. (Quelle 2: Abendblatt.de; Paywall) Korrektur: Der Intendant wurde am Flughafen gezwungen das Handy selber vor Ort zu entsperren.
Siehe: https://www.nmz.de/kiz/nachrichten/hamburger-intendant-wurde-einreise-in-die-tuerkei-verweigert

WhatsApp: Liest Facebook bald mit?

Microsoft-Mitarbeiter hören manche Skype-Gespräche ab

Bericht: Microsoft-Dienstleister belauschen intime Skype-Gespräche

Auch vertrauliche Daten betroffen: Amazon-Mitarbeiter hören Alexa-Aufzeichnungen ab

Geheimdienst-Reform/Sachsen-Anhalt: Der Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt soll künftig verschlüsselte Handy-Messenger wie WhatsApp auslesen dürfen

Will WhatsApp direkt auf dem Handy mitlesen? – Was im Umkehrschluss heisst, dass auch nicht abgeschickte Nachrichten gelesen werden. Alles was in WhatsApp eingetipp wird, wird gelesen.

Große Sicherheitslücke in WhatsApp

Whatsapp-Verschlüsselung hat Sicherheitslücken

Geld überweisen per WhatsApp? Ein Start-up will es möglich machen


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Ralf Bachmann

Aktuell: Content Marketing & PR Manager Ausgebildeter Journalist, PR-Berater & Projektmanager mit Faible Content-Marketing, Social Media, Unternehmenskommunikation, Digitalisierung, Collaboration-Tools und alles rund um "Web 2.0".

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