Instagram wird größer als Facebook (und vielleicht auch größer als Amazon)

Instagram wird größer als Facebook (und vielleicht auch größer als Amazon)

Essay: Instagram macht gerade alles platt, was ihm im Weg steht und lässt von den Zahlen her jeden Konkurrenten hinter sich. Auch das aus dem gleichen Haus kommende soziale Netzwerk ‘Facebook’. Snapchat ist also nur ein weiterer Konkurrent, der droht im digitalen Nirwana zu verschwinden, oder wie es im LinkedIn-Artikel heisst: Darum schickt Instagram Snapchat auf die Bretter. Lange galt Snapchat als ernst zu nehmender Konkurrent. Vielleicht auch, weil es eben nicht von Facebook Inc. kam?! Seit aber Facebook zunehmend Copy-Cat spielt, gehen die USP von Snapchat und anderen Konkurrent systematisch verloren bzw. werden in Facebook, Instagram, WhatsApp und Co. übernommen. Doch das ist erst der Anfang. Instagram könnte nicht nur größer als Facebook, sondern auch größer als Facebook und Amazon zusammen werden. Es spricht bereits heute einiges dafür. Fakt ist: Instagram ist bereits Mainstream!

Instagram wird das neue Facebook – nur ohne Text:

Diese – vielleicht nicht gerade anmutig formulierte – Aussage, zeigt sich auch dadurch, wie Instagram zunehmend genutzt wird. War die App früher ein reines “Foto-Netzwerk” mit fast schon rudimentären Funktionen (posten, folgen, liken, kommentieren), ist das Netzwerk heute bereits eine echte Plattform und wächst weiterhin – sowohl an Mitgliedern, wie auch an Funktionen und Einsatzszenarien. Das Zitat aus dem LinkedIn-Artikel: “Instagram wird grösser als Facebook” ist darum auch absolut richtig. Doch für diese Aussage fehlen meiner Meinung noch ein paar wichtige Punkte, die über den Vergleich der Story-Funktion hinausgehen. Bereits heute verwenden Teenager das Netzwerk für viele, früher kaum denkbare, Use-Cases und die Möglichkeiten werden in den nächsten Jahren noch rasant steigen. Die Frage ist also eher: Wird Instagram größer als Facebook und Amazon zusammen? Oder: Baut Facebook an einem WeChat-Konkurrenten auf Basis von Instagram? Zur “Verteidigung” des sehr guten LinkedIn-Artikel sei erwähnt, dass sich dieser hauptsächliche mit Stories beschäftigt und hier eine sehr gute und lesenswerte Analyse abliefert.

Inhaltsverzeichnis:

1.) Stories, Stories – überall Stories
2.) Der Facebook-Messenger – ein wiederkehrendes Thema im Facebook-Universum
3.) Bezahlen und einkaufen mit dem Facebook-Messenger und auf Instagram
Exkurs: Amazon war mal fast soweit – Was wurde aus Anytime?
4.) Erlebniswelten statt Online-Shop – IKEA macht es vor
5.) Kunden-Support per Messenger
6.) Influencer – Dollar statt Fake-Follower als “neue” Währung und Erfolgsmessung
7.) “finsta”-Accounts – Teenager kennen den Unterschied zw. echter Welt und der “Instagram-Scheinwelt”
8.) “flop”-Accounts – News-Quelle für Teenager auf Instagram
9.) Blauer Haken bei Instagram – Bewerbung soll einfacher werden
10.) Sprachnachrichten auf Instagram
11.) Back the roots – Instagram eröffnet Gruppen für College-Studenten
12.) Gerücht: Teilen-Funktion auf Instagram
13.) Zusatz: So setzt sich der Instagram-Algorithmus zusammen
14.) Ausblick: Produkte per Mikrofon-Abhörfunktion anbieten

 

1.) Stories, Stories – überall Stories

An dieser Stelle muss ich mich outen. Ich persönlich kann mit Stories überhaupt nichts anfangen. Nichts desto trotz, haben Stories (Insta-Stories: Alles, was Sie darüber wissen müssen!) die Social-Media-Welt überrannt und fest im Griff. “Erfunden” von Snapchat und schon bald von Instagram und Facebook kopiert. Einige Monate lang gab es so eine “Copy-Cat-Welle” für Stories, dass manche Spaßvögel schon fragten, wann es endlich Stories für Excel gibt.

Fakt ist: Stories laufen wie geschnitten Brot (Instagram Stories: Alle Statistiken in der Übersicht). Und hier ist – obwohl von Snapchat erfunden – aktuell Instagram das Maß aller Dinge (150 Mio. Menschen nutzen Facebook Stories täglich; Das Problem: “Ein Problem von Facebook Stories ist, dass sie häufig nur aus weitergeleiteten Instagram Stories bestehen.”). Die Gesamtzahlen aller Story-Nutzer – also Facebook, Instagram und WhatsApp zusammen – beläuft sich laut Futurebiz auf 1 Mrd. Nutzer täglich. Und natürlich hat auch der hauseigene Facebook Messenger seine eigene Story-Funktion (Spiegel.de).  Das “Facebook-Universum” wächst immer mehr zusammen.

2.) Der Facebook-Messenger – ein wiederkehrendes Thema im Facebook-Universum

Schon die letzten Jahre habe ich gesagt, dass Instagram um als “echtes” Netzwerk zu punkten, auf jeden Fall ein Messenger bzw. eine Chat-Funktion fehlt. Zwar gab es mit InstaMessage und anderen “3rd-Party-Apps” immer wieder Versuche, über Fremd-Apps die Messenger-Funktion in/für Instagram nachzubauen, diese Apps waren aber immer ein potentielles Sicherheitsrisiko und verschwanden oft schnell wieder von der Bildfläche (Gründe unbekannt). Anfang 2018 hat Facebook aber die Zeichen die Zeit erkannt und den Facebook Messenger für Instagram geöffnet. Damit lassen sich ab sofort die Instagram-Kontakte in den Facebook Messenger aufnehmen und dort regulär anschreiben. Nette kleine Zusatzfunktion: Über das Instagram-Konto, kann man sich jetzt auch direkt im Messenger einloggen. Dies zeigt die Äquivalenz des Netzwerks gegenüber dem Mutter-Produkt Facebook. (t3n: Instagram-Kontakte im Messenger: Facebook verzahnt seine Dienste / allfacebook.de: Facebook testet Verbindung des Messengers mit Instagram / MessengerPeople: Facebook Messenger: Mit Instagram Einloggen Und Kontakte Importieren / Internetworld:  Neue Option: Instagram-Kontakte in Facebook Messenger integrieren oder: Facebook-Messenger – Verbindung mit Instagram rückgängig machen)

Der Facebook Messenger wird zunehmen ein wichtiger Bestandteil von Instagram, der weit über das reine Chatten zwischen Teenagern bzw. Accounts hinausgeht – wie es aktuell innerhalb der App der Fall ist. Und hier liegt u.a. eine der grandiosen Stärken von Instagram.

3.) Bezahlen und einkaufen mit dem Facebook-Messenger und auf Instagram

Instagram als hoch emotionales “Bilder-Netzwerk” bietet sich geradezu dazu an, eine Verkaufsplattform zu sein. Sogar noch mehr als Facebook selbst. Der grandiose Vorteil: Pro Bild lassen sich gleich mehrere Produkte verkaufen. So entsteht nicht nur ein klassischer Online-Shop, sondern emotionale Bilderwelten. Eine junge Dame im Bikini am Strand kann gleichzeitig den Bikini, eine Armbanduhr, die Urlaubsreise und die Luftmatratze verkaufen. Der Phantasie bzw. der Bildkomposition sind hier keine Grenze gesetzt. Emotionen (inkl. einer großen Menge Sexappeal) und Geld funktionieren seit jeher sehr gut zusammen – wie zufällig ausgewählte Screenshots zeigen.

Instagram wird damit zum Schaufenster und Shopping-App in einem. (Quellen: Heise.de / allfacebook.de – inkl. Liste an Shopping Account – Stand: Juni 2018 / theverge.com). Ein Trend, der dann in Kombination mit der Oculus Rift VR-Brille (ebenfalls aus dem Haus Facebook Inc.) noch sehr spannend werden könnte. Z.B. Kleidung direkt per VR-Brille anprobieren bzw. sich im Spiegel anschauen, oder ein Rundgang am Strand oder im neuen Wohnzimmer?! Mit VR alles möglich.

Aber auch über den Facebook-Messenger kann direkt eingekauft werden. Facebook hat dazu bereits März 2015 erste Vorstösse unternommen, die auch Mitte 2016 nochmals bestätigt wurden (Quelle: Focus.de).

Mit dem Update der Facebook Messenger Plattform auf die Version 1.2 wird die Funktion nun aber auf einmal für Unternehmen relevant. In der aktuellsten Version schaltet Facebook die Funktion auch für Unternehmen frei. Das heißt, dass Nutzer zukünftig direkt im Messenger Produkte oder Dienstleistungen bezahlen können (Quelle: Allfacebook.de)

Instagram bekommt eine Stand-alone App für Shopping

Während dieser Artikel im Entwurf war, platzte Facebook mit der News heraus, für Instagram eine eigene “Stand-alone App” für Shopping zu lancieren. Instagram will damit einen weiteren Schritt in Richtung E-Commerce gehen. Im Grundgedanken dieses Artikels, weiss ich aktuell nicht, was ich davon halten soll. Die Stärke von Instagram war bisher gerade die Tatsache, dass sich “Verkaufsposts” und Posts von Influencern in der gleichen Timeline tummelten, wie Posts von Freunden. Influencer konnte sich über die “Parasoziale Interaktion” als Freunde unter die “richtigen” Freunde mischen. Eine Stand-alone App wäre eigentlich eine klassische “Shop-App”, wie sie auch jeder andere Webshop inkl. Amazon hat. Aber Facebook experimentiert gerne und stellt auch Apps wieder ein. So wurde der direkte Snapchat-Konkurrent “Slingshot” auch wieder eingestampft und auch die Gruppen wurden damals mit der Schließung der separaten “Facebook-Gruppen-App” wieder zurück in die Facebook-App geholt. Es wird sich also erst zeigen müssen, in welche Richtung das Ganze gehen wird.

Auch die Stand-alone-Instagram-Messenger-App “Direct“, scheint im Zuge der Integration der Instagram-Kontakte in den Facebook-Messenger nicht mehr wirklich Priorität im Facebook-Universum zu haben. (Quelle: TheVerge)

EDIT: Instagram liefert jetzt einen personalisierten Shopping-Kanal (Onlinemarketing.de)

EDIT: Instagram baut Shopping-Funktion aus (W&V.de)

Per Facebook-Messenger Geld an Freunde schicken:

Im Sommer 2016 gab es die ersten Berichte, dass Nutzer über den Facebook Messenger bald Geld  verschicken können sollen. US-amerikanische Nutzer müssten dafür “nur” den Facebook-Messenger mit ihren Paypal-Konto verknüpfen (Winfuture). Funktionen, die entweder in Deutschland nicht richtig oder gar nicht durchgestartet sind, aber dennoch eine Richtung zeigen, was mit dem Facebook Messenger in Zukunft möglich sein soll.

In Kombination mit der Verknüpfung zur Shopping-Funktion von Instagram eröffnet sich eine komplett neue Art des Einkaufes. Kunden sehen ein Produkt auf Instagram, können über die Kommentare herauslesen, wie gut das Produkt ist und dann direkt per Instagram oder über den Facebook Messenger das Produkt kaufen und auch sofort bezahlen.

Aber es geht noch einen Schritt weiter. Unternehmen, die Produkte über Instagram verkaufen, können im nachgelagerten Prozess auch gleich noch den Kunden-Support per Messenger abwickeln oder allgemein Fragen beantworten. Über die Überweisungsfunktion im Facebook-Messenger wären dann vielleicht sogar Geschenke möglich, in dem man die Rechnung direkt per Facebook Messenger an den Kontakt weiterreicht, der für das Geschenk bezahlt (Quellen: Felixbeilharz.de / allfacebook.de / Musikexpress.de / Handelsblatt.com / N-joy.de).

4.) Erlebniswelten statt Online-Shop – IKEA macht es vor

Emotionen und nochmal Emotionen. Auch IKEA macht es im Print- sowie Online-Katalog vor. Erlebniswelten und Emotionen statt platter Produktauflistung. So werden ganze Zimmereinrichtung von der Lampe über das Sofa bis zum Teppich und den Gardinen auf einmal verkauft. Netter kleiner Zusatz: Der Interessent, muss sich nicht einmal die Mühe machen, die einzelnen Stücke in seiner Phantasie zu einem Zimmer zusammenzufügen. Er oder sie kann eine komplette und von den IKEA-Designern durchdachtes Zimmer erwerben. (W&V: Neue Strategie: Das steckt hinter dem Ikea-Katalog)

5.) Kunden-Support per Messenger

Bereits 2016 hat sich der Support via Messenger angekündigt und auch die ersten Unternehmen auf den Markt gerufen, die diesen Service im B2C-Bereich angeboten haben. Messenger sind in eigentlich allen Bereich seit Jahren auf dem Vormarsch – auch B2B. Vom Büro, über den privaten Bereich bis hin zu Newslettern decken Messenger Bereiche ab, die vorher von anderen Techniken kontrolliert wurden. Da ist es auch nicht verwunderlich, wenn das klassischen Call-Center vielleicht nicht gerade ausstirbt, aber sehr eingedampft wird und Kunden-Support per Social Media im Allgemeinen und per Messenger im Speziellen deutlich zunimmt (Händlerbund September 2016: Kunden möchten mehr Support über Messenger-Dienste)

Exkurs: Amazon Messenger „Anytime“: Neue Formen der Messenger-Nutzung. Mitte 2017 ging Amazon mit einem eigenen Messenger an den Start. Damals lachte man noch und sah den Messenger als reinen WhatsApp-Konkurrenten – und damit eigentlich chancenlos. Amazon mit seiner enormen Marktstellung hätte aber damals meiner Meinung nach, die Chance gehabt, durch Anschluss an die enorme Kundendatenbank, einen guten Support-Messenger anzubieten. Damals war die Rede und die Idee von Games (vermutlich allein oder mit Freunden), Einchecken in Locations (share locations), Musik hören (vermutlich Anbindung Amazon Prime), Essen bestellen und Rechnungen bezahlen bzw. mit Freunden teilen. Der Messenger könnte also direkt in das Bezahl- und Unterhaltungs-Universum von Amazon eingebaut werden. Funktionen, die von WeChat in Asien bereits bekannt sind und dort laufen wie geschnitten Brot und den Messenger zu einer Goldgrube machen. Auch von einer “chat with business“-Funktion waren schon damals auf Mobilegeeks die Rede. Damit wären z.B. Kundenservice, Reservierungen (Hotels, Flüge etc.), Bestellungen (prüfen) und das Einkaufen (Shopping) möglich gewesen. Leider ist die Idee im Sand verlaufen, obwohl schon damals alle Zeichen auf Messenger im Kunden-Support standen.

Zwischenfazit: Fügt man an dieser Stelle nun alles zusammen; das Schaufenster und der Kaufprozess auf Instragram, die Influencer, die Erlebniswelten, den Support inkl. die Überweisungs- und Bezahlfunktion im Facebook-Messenger, entsteht ein gigantisches Shopping-Universum, welches weit über klassische Webshops hinausgeht und eine Vielzahl an Möglichkeiten und damit auch Einnahmequellen bietet.

 

6.) Influencer – Dollar statt Fake-Follower als “neue” Währung und Erfolgsmessung?

Basierend auf der Idee des direkten “Verkaufs” auf bzw. über Instagram, stellt sich die Frage, wie lange es dauert (falls überhaupt?), bis das Thema Influencer Marketing zu einem klassischen Affiliate-Thema umgewandelt wird. Sprich: Die Influencer werden nicht mehr über (Fake)Follower, Reichweite und (sinnfreie) Kommentare bewertet, sondern komplett über die erreichten Sales – wie im Affiliate-Marketing?!

Im Artikel “Linksammlung: Influencer-Marketing – alles Fake oder was?” habe ich mich mal darüber ausgelassen, wie sinnfrei ein Teil dieser ganzen Influencer-Kampagnen sind. Gefühlte 95%  der Posts enthalten leicht gekleidete Damen (meistens sind es Damen) und machen damit Werbung – sorry Marketing – für jedes Produkt. Eine Dame im Bikini erzählt, wie schön das Bikini-Shooting auf Mallorca war und macht damit Werbung für Ausbildungsplätze in der Finanzberatung. Genial am Thema vorbei! Aber es sorgt für Aufmerksamkeit, Reichweite und jede Menge Kommentare, die ihr zum tollen Bild und dem tollen Body gratulieren. Wieviele junge Menschen/Damen dies zu einer Ausbildung als Finanzberater veranlasst hat, ist aktuell leider unbekannt.

Egal wie sinnvoll diese Art und die oftmalig fehlerhafte Umsetzung dieser Art von Marketing ist, ist der Hype aktuell da. Dies lässt sich leider nicht bestreiten. Hier ein Ranking auf Basicthinking.de, was Influencer im August 2018 so verdienen bzw. wert sind.

Hier auch ein paar weitere Links zum Thema “Influencer Marketing”:
Link-Sammlung: Influencer-Marketing auf RalfBachmann.de

US-Lehrerin verdient das 4fache per Instagram wie als Lehrerin

Spannend hierzu auch ein Artikel auf Buzzfeednews.com über eine amerikanische Lehrerin, die in ihrem richtigen Job 50.000 Dollar und auf Instagram 200.000 Dollar pro Jahr verdient, in dem sie Schul- und Büroartikel bewirbt und verkauft. Allerdings kommt der Job auf Instagram einem zweiten Full-Time-Job gleich.

7.) “finsta”-Accounts – Teenager kennen den Unterschied zw. echter Welt und der “Instagram-Scheinwelt”

Ein Argument, welches gerade für die ‘Generation Z’ immer wieder gerne ins Feld geführt wird, ist dass Teenager und junge Leute den Unterschied zwischen realer und digitaler Welt nicht mehr kennen würden. Neue Studien zeigen aber klar, dass die Teenager sehr gut zwischen den beiden Welten unterscheiden können und auch Wege suchen, dem Stress und dem Druck, der durch soziale Netzwerke ensteht zu entfliehen. Eine “neue” Welle aus den USA zeigt, wie Teenager sich Zweitkonten auf Instagram anlegen, um dem Druck der Perfektion und der schönen heilen Welt zu entfliehen. Ein Konto ist dabei öffentlich und auch für Eltern sichtbar, das andere Konto ist geheim und gesperrt und nur für sehr gute Freunde sichtbar. Sogenannte “finsta”-Account, eine Wortschöpfung aus “Fake” und “Instagram” (deutsch würde auch gut “finster” passen), erfreuen sich gerade in den USA einer immer größeren Beliebtheit und kommen langsam auch in Deutschland in Mode.

8.) “flop”-Accounts – News-Quelle für Teenager auf Instagram

Nicht zu verwechseln sind “finsta”-Accounts mit “flop”-Accounts. Während die einen eher geheim und für eine auserwählte Gruppe sind, sind die anderen dafür da, große Themen zu diskutieren und lösen damit Stück für Stück Facebook als Diskussionsplattform ab. Auf “flop”-Accounts diskutieren Jugendliche über Politik, Gesellschaft und Fake-News (Quellen: wnycstudios.orgomr.comtheatlantic.com). An den “flop”-Accounts zeigt sich schön, wie Instagram dabei ist, weit über ein Foto-Netzwerk hinaus zu wachsen und Themenbereich bzw. Use-Case erobert, die früher klar Facebook vorbehalten waren.

9.) Blauer Haken auf Instagram – Bewerbung soll einfacher werden

Der legendäre blaue Haken. Früher nur den Reichen und Schönen, oder politischen wichtigen Menschen vorbehalten, soll auf Instagram nun deutlich leichter zu bekommen sein. Ziel ist es, dem Netzwerk mehr Sicherheit zu geben. Nach den ganze Fake-News-Debatten und den zahlreichen Fake-Accounts, startet Facebook eine “Qualitätsoffensive”. Wichtig ist zu erwähnen, dass der blaue Haken kein Qualitätssiegel ist, sondern nur die Echtheit der Person verifiziert. Die Aussagen und die Fotos der Person(en) können auch weiterhin von zweifelhafter Qualität sein (Quellen: t3nPCWelt.de, Turi2).

Die Anforderungen laut Thomas Hutter:

Authentisch:Das Konto muss eine reale Person, ein registriertes Unternehmen oder eine Organisation repräsentieren
Einzigartig:Das Konto muss die einzige Präsenz der zu repräsentierenden Person oder des Unternehmens sein. Es wird nur ein Konto pro Person oder Geschäft verifiziert. Ausnahme bilden hier nach Sprachen getrennte Konten. Instgram verifiziert keine “allgemeine Interessen” (beispielsweise @puppymemes oder dergleichen).
Vollständig:Das Konto muss öffentlich zugänglich sein, eine ausgefüllte Bio, ein Profilbild und mindestens ein Beitrag enthalten. Das Profil darf keine “add me”-Link zu anderen Social Media Kanälen enthalten.
Bekannt:Das Konto muss eine sehr bekannte oder nachgefragte Person, Marke oder Organisation darstellen. Instagram überprüft Konten, die in mehreren News-Quellen genannt werden. Bezahlte oder werbende Inhalte werden nicht als Quellen für die Überprüfung akzeptiert.

Wer sich selbst also für eine “bekannte und gefragte Person” hält, darf sein Glück gerne versuchen. Pro Monat kann eine Anfrage gestartet werden. Dauer und Chance auf Verifizierung sind aktuell unbekannt.

10.) Sprachnachrichten auf Instagram

Was WhatsApp, Facebook & Co. schon haben, soll auch bald bei Instagram folgen. Nutzer können sich dann direkt Sprachnachrichten zusenden (Quelle: Computerbild.de). Eine Funktion, die sich neben den Stories, ebenfalls sehr großer Beliebtheit erfreut.

11.) Back the roots – Instagram eröffnet Gruppen für College-Studenten

Gleiches gilt für die Gruppen. Eine Funktion, die bisher nur Facebook direkt und WhatsApp vorbehalten war. Allerdings scheint Facebook sich in einem ersten Schritt zu seinen Wurzeln zu bekennen und die Instagram-Gruppen-Funktion zuerst für Colleges freizuschalten (Quelle: cnbc.com).

EDIT: 11.11.2018: Auch Schulen stehen jetzt im Fokus. Manuell moderierte “School Stories” sollen junge Nutzer noch mehr/besser binden. Siehe auch Basicthinking.de

12.) Gerücht: Instagram bekommt eine Teilfunktion – oder auch nicht?

Schlechtes Wortspiel: Die Gerüchteküche kocht. Kaum hat TheVerge veröffentlicht, dass Instagram eine Teilfunktion bekommt:

After years of resistance, Instagram appears to be testing a way for you to reshare posts from other accounts to your own feed. The feature, which company executives have long resisted for fear it would corrupt the personal nature of the app, could bring new life to the main feed at a time when it is becoming rapidly eclipsed by ephemeral stories.

da dementiert Facebook Inc. bzw. Instagram das Ganze auch schon wieder …

An Instagram spokesperson, however, told Mashable that it is not a feature the company is currently building or testing. (Quelle: mashable.com)

Vielleicht – und das könnte man auch als Geburtsfehler von Facebook sehen – ist die Teilfunktion etwas, dass dem Feed die persönliche Note nimmt. Als Nutzer, so auch die Meinung von Instagram, will man eine Person oder ein Unternehmen abonnieren und will dann ganz persönliche Einblicke in das Leben dieser Person oder Firma erhalten. Stichwort: Unique Content. Geteilter Inhalt wäre schon von der Definition her “fremder Inhalt”.

“It would make people feel like the content in their feed was not what they had chosen,”

Ralf Bachmann WhatsApp-Newsletter

Auch im Hinblick auf Fake-News, welche sich rasant über die Teilfunktion verbreiten, scheint Facebook sehr zögerlich mit diesem Feature umzugehen. Was u.a. den Kreis zum blauen Haken und der Qualitätsoffensive von Facebook schließt.

Repost-Apps: Ja, es gibt auch hier Drittanbieter-App, die das Teilen auf Instagram “nachbauen”- z.B. Repost for Instagram. Diese Apps verstoßen aber alle gegen das Urheberrecht, da das Foto technisch auf dem Smartphone gespeichert wird und als Kopie auf den eigene Account hochgeladen wird.

13.) Zusatz: So setzt sich der Instagram-Algorithmus zusammen

Auf ContentManager.de gibt es eine schöne kleine Zusammenfassung, wie der Instagram-Algorithmus funktioniert und wie entschieden wird, welche Fotos angezeigt werden und welche nicht. Denn sind wir ehrlich, egal wie die Strategie auf Instagram aussieht, ohne Reichweite ist alles nichts.

Drei Faktoren sind entscheidend: Interesse, Aktualität und Beziehung.

14.) Ausblick: Produkte per Mikrofon-Abhörfunktion anbieten

Juni 2018 kam der Knaller. Nach ersten Gerüchten und mitten im laufenden Facebook-Skandal um ‘Chambridge Analytics’ veröffentlichte Facebook eine Patentanmeldung, um unerkannt das Mikrofon des Smartphones abzuhören. Laut eigenen Aussagen, war bzw. ist die Patentanmeldung nur ein Schutz gegen die Konkurrenz. Es war niemals geplant, so eine Funktion einzubauen. Gerüchte dazu gibt es aber schon lange. Auch schon lange vor dem Erscheinen der Patentanmeldung. Immer wieder berichten Nutzer von passenden Werbeformaten, für Dinge, über die sie gerade gesprochen haben (Quelle Stern / T-Online / Experiment von Welt.de).

In Kombination mit Instagram schließt sich auch hier wieder der Kreis. Warum nicht per Mirkofon z.B. erkennen lassen, welche TV-Sendung gerade läuft und passend dazu ein Produkt auf Instagram anbieten. Z.B. das Kleid der Dame im neuesten Hollywood-Blockbuster, die Packung Kartoffelchips aus der TV-Werbung, Pizza, welche in 15 Minuten geliefert wird usw.. Auch hier ist alles möglich, was die Phantasie ausmalen kann.

tl;dr

WOW. Aus der Idee eines kurzen Artikels ist ein Monsterartikel geworden. Zu viele Neuerung passieren gerade auf Instagram. Und manchmal hat man das Gefühl, dass Facebook Inc. selber nicht weiß, ob es lieber Facebook oder Instagram die volle Aufmerksamkeit schenken soll. Da werden Funktionen “erfunden”, die das jeweils andere Netzwerk schon hat, dann wird diese Funktionen wieder beim ersten Netzwerk entfernt. Dann gibt es mal wieder eine Stand-alone-App zu einem Thema, dann wird die Funktion wieder “zurückintegriert”. Ein hin und her und zahlreiche Parallelentwicklungen. Sicherlich könnte man das auch damit erklären, dass bei so einer Unternehmensgröße unterschiedliche Teams über Jahre hinweg an einer Funktion arbeiten, ohne vielleicht nicht einmal etwas voneinander wissen (Stichwort: Firmengeheimnis/Spionagegefahr), um dann am Ende doch wieder eingestampft zu werden. Sicherlich, aber das ist meine persönliche Meinung, könnte man auch sagen, dass Mark Zuckerberg seinen Laden nicht mehr voll unter Kontrolle hat. Die Funktionen werden manchmal, so mein Gefühl, wie Bonbons verteilt und wahllos getestet. Auch werden die “Leiter/CEO” für Instagram, WhatsApp, Facebook und wie sie alle heißen, sicherlich zu einem Teil – gewollt oder auch ungewollt – eine gewisse Autonomie in ihren Bereichen haben. Uns als Marketer bleibt nichts anderes übrig, als uns tagtäglich darauf einzustellen und alle Veränderungen im Auge zu behalten. An Instagram wird aber die nächsten Jahre kein Weg vorbeiführen. Soviel ist sicher!

Wird es ein Leben nach Instagram geben? Aber klar! Es gibt ein Leben nach MySpace, nach Snapchat, nach Facebook – also auch nach Instagram. Wie “Social-Media-Welt” ist im Wandel. Schon heute sieht man Wanderungen der Nutzer hin zu WhatsApp und anderen “privaten” Räumen. Der Instagram-Stern ist aber gerade erst richtig am aufgehen. Es wird also noch etwas dauern, bis dieser wieder sinkt.
Farina Opoku: “Instagram ist irgendwann nicht mehr Zeitgeist

P.S.

In dieser Aufzählung wurden mit Absicht die rechtliche Sichtweise komplett außen vor gelassen. Es sollte nur aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten uns als Marketer und Nutzer vielleicht noch erwarten. Wer dennoch seinen Instagram-Account komplett löschen möchte, findet hier die passenden Informationen (godaddy.com).

EDIT 23.09.2019

#Auf #Instagram #kann #man #bald #die #Hashtags #verstecken (http://winfuture.de)
Stephanie Tönjes: Erfolgreich auf Instagram – so geht’s
Kein Licht ohne Schatten: Es trendet nur wer hot ist. Das kann für junge Menschen (vor allem Mädchen) gefährlich sein. Vor allem auf Instagram.

EDIT 25.09.2018

Neue Darstellung gleiches Problem: Instagram testet eigenen Bereich für Hashtags im Feed.

EDIT 4.10.2018 – Instagram-Account per “QR-Code” teilen:

–> https://www.theverge.com/2018/10/4/17935942/instagram-nametag-qr-code-scan-follow-account

EDIT 13.10.2018

Süddeutsche: Instagram Account gehackt und keine Hilfe vom Support

t3n: Instagram will KI (künstliche Intelligenz) gegen Cyber-Mobbing einsetzen. Lernt Facebook Inc. aus den Fehlern auf Facebook und will diese bei Instagram gleich im Keim ersticken?

3 Grundfunktionen:

  • Automatische Erkennung von Mobbing:
  • Mobbing-Kommentarfilter für Live
  • Kameraeffekt von Teenagerstar Maddie Ziegler:
    (Quelle & Details: Mobiflip)

EDIT 18.10.2018

Instagram hat ein massives Problem mit sexueller Belästigung (The Atlantic 1The Atlantic 2)

Meedia: Die 20 erfolgreichsten deutschen Medienmarken auf Instagram

W&V: Warum Instagrammer den Tourismus ruinieren

EDIT 11.11.2018

Promote: Instagram bringt Boost-Funktion in die Stories – also per Geld gepushte Stories für mehr Reichweite

Instagram-Profile stumm schalten (eigener Blog-Beitrag)

Instagram testet neuen Button “mit Direktnachricht antworten”. Damit lässt sich mit einem Klick unter dem Bild eine Direktnachricht schicken.

EDIT 18.11.2018

Warum Instagram schon bald der wichtigste Wachstumsmotor von Facebook ist

Instagram: Umfrage erstellen | So geht es

US-Studie: Teenager nutzen mehr Instagram als Snapchat, Facebook liegt inzwischen sogar hinter Twitter (Meedia.de)

5 Tools für grandiose Instagram-Storys (t3n)

FACEBOOK: ERWEITERUNG VON FACEBOOK ANALYTICS UM INSTAGRAM UND SEITEN (BETA)

Instagram Account Analytics: Was bringen Unternehmen die ganzen Interaktionen auf Instagram überhaupt?

How to Gain a Massive Following on Instagram [Infographic]

The Ultimate Guide to Instagram Hashtags for 2019

EDIT 22.11.2018:

Instagram: Unternehmensprofile im neuen Design

Instagram schraubt an den Profilen herum

Mercedes ist auf Instagram das Maß aller Dinge

Instagram löscht verstärkt falsche Profile

8 TIPPS & TRICKS FÜR DEN PERFEKTEN INSTAGRAM POST

Das Erstellen von Instagram Storys – mittlerweile ein Millionengeschäft (t3n)

Mit bis zu 6 Freunden einen Video-Chat direkt auf Instagram machen (Quelle: Facebook-Post)

EDIT 8.12.2018:

Instagram: Redesign und neue Shopping-Funktionen

So löschen Sie Follower auf Instagram

Instagram verdrängt Facebook bei neuen Social-Media-Plattformen

Instagram Studie: Das haben wir aus der Analyse von fast 9 Millionen Posts gelernt

Wie findest Du die besten Hashtags für Instagram?

 

Das könnte Sie auch interessieren

Ralf Bachmann

Aktuell: Content Marketing & PR Manager

Ausgebildeter Journalist, PR-Berater & Projektmanager mit Faible Content-Marketing, Social Media, Unternehmenskommunikation, Digitalisierung, Collaboration-Tools und alles rund um “Web 2.0”.

Kostenloser E-Mail Newsletter

Ralf Bachmann

Aktuell: Content Marketing & PR ManagerAusgebildeter Journalist, PR-Berater & Projektmanager mit Faible Content-Marketing, Social Media, Unternehmenskommunikation, Digitalisierung, Collaboration-Tools und alles rund um "Web 2.0".

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.