11 Gründe, um bei WhatsApp gesperrt zu werden

11 Gründe, um bei WhatsApp gesperrt zu werden

Deutschland ist WhatsApp-Land! Mit einer 81%-igen bis 85%-igen Marktabdeckung [Zahlen unterscheiden sich je nach Studie] ist WhatsApp der Messenger Nr.1 bei den Deutschen – ganz im Gegensatz zu anderen Ländern. Täglich werden Millionen von Nachrichten an Freunde und Bekannte verschickt. Doch leider hat WhatsApp wie alle Apps mit Fake-Accounts, SPAM und Beleidigungen zu kämpfen. Aus diesem Grund sperrt WhatsApp nach eigenen Angaben monatlich zwei Millionen Profile weltweit. Betroffen sind davon oft Fake-Accounts aus Ländern wie z. B. Indien. Eine Sperrung kann aber theoretisch jeden treffen und wird oft ohne Vorwarnung verhängt. Also Vorsicht welche Inhalte über den Messenger verschickt werden.

Die gute Nachricht vorweg: Die meisten Nutzer werden beim ersten Verstoß “nur” 24 Stunden gesperrt und erhalten somit eine kleine “Warnung” – oft als Timer dargestellt. Es kommt jedoch immer auf die Art des Verstoßes an. Andere Nutzer berichten von einer sofortigen und dauerhaften Sperrung. Wie es genau abläuft beschreibt WhatsApp hier: https://faq.whatsapp.com
Nutzer, die nach der Verwendung von “GB WhatsApp” und “WhatsApp Plus” gesperrt wurden, können mit viel Glück ihren Chat-Verlauf speichern und dann in der Original-App wieder herstellen.

1. Drittanbieter-Apps [der Grund Nr.1 für eine Sperrung]

Unter Drittanbieter-Apps versteht man Software (meistens Smartphone-Apps), die nicht vom Hersteller programmiert werden, aber dennoch das Netzwerk respektive den Service verwenden. Beliebt sind solche Apps vor allem wegen kleiner Spielereien wie z. B. anderer Farben, bunten Hintergründen oder leicht anderer (teilweise sogar besserer) Darstellung und Usability. Oft stellt dies kein Problem dar. Facebook, der Facebook-Messenger, Telegram usw. erlauben es sogar Drittanbietern ihre Systeme ganz offiziell per Schnittstellen zu nutzen. WhatsApp (und u. a. auch Threema und WeChat) gehören nicht dazu. Das bedeutet, dass jeder Nutzer, der über WhatsApp chatten möchte, auch die Original-App verwenden muss. Dies steht übrigens auch in den AGB, welchen man durch die Verwendung von WhatsApp zustimmt. Kurz: Wer eine fremde App – z. B. die beliebten Apps ‘WhatsApp Plus’ oder ‘GB WhatsApp’ – verwendet, riskiert eine Sperrung. Diese Sperrungen haben in den letzten Monaten stark zugenommen und sind ersten Berichten zur Folge meist dauerhaft. Es reicht also oft nicht aus, die Drittanbieter-App zu deinstallieren und WhatsApp neu zu installieren. Die Mobilfunknummer scheint in einigen Fällen dauerhaft gesperrt zu sein. Nutzer berichten in Facebook-Gruppen ebenfalls darüber, dass es auch nicht ausreicht das Smartphone oder die Mobilfunknummer zu wechsel, da WhatsApp anscheinend beides in Kombination sperrt (IMEI, Mobilfunk-Nr. usw.). Dies ist jedoch nicht offiziell bestätigt. Fest steht: Wer Drittanbieter-Apps verwendet spielt täglich mit dem Feuer.



Ralf Bachmann Facebook Messenger-Newsletter



2. Urheberrecht

Einfach formuliert: Sie dürfen nichts teilen, woran Sie keine Rechte besitzen. Dem Urheberrecht unterliegen Bilder, (längere) Texte, Videos, Sounddateien usw. die eine gewisse Schaffenshöhe auszeichnen. Das betrifft so ziemlich alle Fotos und lustigen Bilder aus dem Internet – auch Spaßbilder oder Mickey Mouse und Co.. Schaut man sich jedoch die meisten Gruppen und Chat-Verläufe an, wimmeln diese oft von solchen Dateien. WhatsApp – und so ehrlich muss man an dieser Stelle sein – nimmt diesen Punkt wohl nicht sonderlich genau.

3. Malware/Schadsoftware verbreiten

Nutzern, die Viren und andere Schädlinge über WhatsApp verbreiten droht ebenfalls eine Sperre. Wichtig ist zu wissen, dass dies auch für Nutzer gilt bzw. gelten kann, die unwissend oder ohne eigenes Verschulden, Viren versenden und sich selbst nur durch einen dummen Zufall mit einem Virus infiziert haben. Im Worst-Case-Szenario kann es also vorkommen, dass unbedarfte Nutzer auf einen verseuchten Link klicken, der einen Virus auf dem Smartphone installiert und dann selber diesen Virus an alle Freunde in WhatsApp verschickt. Schon kann man auf dem Radar von WhatsApp erscheinen und gesperrt werden.

4. Werbung

Werbung in jeglicher Form ist laut den AGB von WhatsApp verboten. Es wird jedoch immer wieder darüber diskutiert, was genau Werbung ist. Die Definition in den AGB ist an diese Stelle eher schwammig formuliert. Des Weiteren war es schon immer laut UWG verboten unaufgefordert Werbung (alias SPAM) an andere Menschen zu senden. Gerade erst hat WhatsApp verkündet auch keine klassischen Newsletter mehr zu erlauben. Diese waren trotz großer Erfolge – was Klicks und Reichweite anbelangt – immer eine Grauzone. Bis jetzt.

5. SPAM

Für die Profis sind die Begriffe Werbung und SPAM fast redundant – bedeuten sie im wahren Leben doch meistens das Gleiche. SPAM bedeutet für WhatsApp jedoch schlicht und einfach zu viele Nachrichten (in zu kurzer Zeit) an andere Personen zu versenden. Dies trifft zum einen zu, wenn die Empfänger unbekannt sind (also nicht in den Kontakten gespeichert sind) oder andersherum, der Absender nicht im Telefonbuch des Empfänger gespeichert ist. Im schlimmsten Fall kann aber auch ein netter Weihnachts- oder Neujahrsgruß an alle Freunde darunter fallen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass WhatsApp hier eine Höchstgrenze definiert hat, die ein normaler Nutzer kaum erreichen wird und nur berufsmäßige “SPAM-Versender” betrifft. Die eine oder andere Nachricht an einen unbekannten Empfänger oder ein netter Weihnachtsgruß an alle Freunde dürfte da nicht ins Gewicht fallen.

Die SPAM-Regelung betrifft auch Nutzer, welche zu schnell zu viele Gruppen zum Chatten erstellen – gerade wenn der Account neu angelegt ist. Da dies eine beliebte Masche der SPAMer ist, ist WhatsApp hier sehr aufmerksam.

Auffällig sind laut WhatsApp auch Accounts, welche nach der Erstellung sehr schnell und in größerem Umfang die Broadcast-Funktion einsetzen. Dies könnte u. U. auch Accounts betreffen, die einen WhatsApp-Newsletter in Eigenregie erstellen wollen.

6. Beleidigungen

Ein Punkt, der eigentlich selbsterklärend ist. Wer andere Nutzer beleidigt fliegt. Dies betrifft auch die Themen Rassismus sowie anstößige/anzügliche Kommentare und Inhalte. Auch wer andere Nutzer zur Gewalt oder anderen illegalen Aktivitäten anstachelt wird gesperrt.

Siehe auch: Gerichtsurteil Verwandte dürfen sich auf WhatsApp beleidigen

7. Fake-News

Ein Problem, welches vor allem in Indien und Brasilien weit verbreitet ist und hier sogar für Lynchmorde gesorgt haben soll. Wer bewusst oder unbewusst Fake-News verbreitet riskiert eine Sperrung. Punkt!

8. Blockierte Accounts [alias Schwarmintelligenz]

Nutzer, die in kürzester Zeit von vielen anderen Nutzern blockiert werden, riskieren ebenfalls eine Sperrung, da WhatsApp hier von Fake-Accounts und/oder SPAMern ausgeht. Frei nach dem Motto: “So viele Menschen können nicht irren!”

9. Falsche Identitäten

Wer versucht die (echte) Identität einer anderen Person anzunehmen fliegt ebenfalls.

10. Programmier-Code manipulieren oder andere Konten hacken

Ein Punkt der sicherlich nur eine kleine Promillezahl der Nutzer betreffen dürfte und ebenfalls klar sein dürfte. Wer am Programmier-Code von WhatsApp herumwerkelt oder andere Konten hackt (oder versucht zu hacken) der fliegt ebenfalls.

11. Zu oft die Mobilfunknummer wechseln

Wer sich zu oft mit einer neuen oder der gleichen Mobilfunknummer registriert, riskiert ebenfalls eine Sperrung. Dies könnte vor allem Besitzer von Dual-SIM Smartphones betreffen. Mit dem Siegeszug von OnePlus, Huawei, Honor und Co. wächst die Anzahl der Dual-SIM Smartphones in Deutschland an. Besitzer dieser Geräte können zwei getrennte SIM-Karten/Mobilfunknummern in einem Gerät verwenden. Bis vor kurzem war es aber nicht möglich zwei “WhatsApp-Apps” auf einem Gerät zu betreiben. Will man per WhatsApp über beide Nummern erreichbar sein, muss man theoretisch jedes Mal einen neuen Anmeldeprozess starten um die Nachrichten zu lesen. Dies sieht WhatsApp nicht gerne und sperrt irgendwann eine oder gleich beide Mobilfunknummern.

By the way: Es gibt (legale) Tricks, wie man bis zu drei WhatsApp-Instanzen auf einem Smartphone installieren kann. Bei Interesse an diesem Thema einfach einen Kommentar schreiben.


Last but not least: Wie meldet man SPAMer und Fake-Accounts

Neben der Funktion den oder die Nutzer einfach zu sperren/blockieren, können die Profile auch direkt WhatsApp gemeldet werden. Es empfiehlt sich jedoch sehr sorgfältig mit der Funktion umzugehen. Familienmitglieder, Klassenkameraden oder Berufskollegen, die einmal einen (nervigen) Weihnachtsgruß verschickt haben, sollten nicht gleich gemeldet werden.

a.) Klicken Sie im Chat mit einem Nutzer auf die drei Punkte am oberen rechten Rand des Bildschirms.

b.) Wählen Sie “Mehr” und klicken Sie auf “Melden”.

c.) Im nächsten Fenster müssen Sie bestätigen, dass Sie den Nutzer melden wollen.

Und natürlich besteht bei Beleidigungen, Mobbing oder Belästigungen als Möglichkeit immer noch der Gang zum Anwalt oder zur Polizei zur Verfügung.

tl;dr

WhatsApp hat – eigentlich wie jedes andere Netzwerk – seit geraumer Zeit ein Problem mit Werbung, SPAM, Beleidigungen, Viren usw. Dagegen will WhatsApp nun verstärkt vorgehen und sperrt Accounts, die gegen die Regeln verstoßen. 11 Gründe, wie sie bei WhatsApp gesperrt werden.


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Ralf Bachmann

Aktuell: Content Marketing & PR ManagerAusgebildeter Journalist, PR-Berater & Projektmanager mit Faible Content-Marketing, Social Media, Unternehmenskommunikation, Digitalisierung, Collaboration-Tools und alles rund um "Web 2.0".

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