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Fribourg die Bananenrepublik

Dass Fribourg eine mehr oder weniger verkappte Bananenrepublik ist, merkt man als Student spätestens dann wenn man ein paar üble Geschichten aus den letzten 10 Jahren hört oder man selber Bekanntschaft mit der Polizei macht. Ersten gilt ein Student prinzipiell als schuldig und zweitens wird eh immer in Französisch gesprochen, obwohl im Gesetzt steht, dass eine Streife immer einen deutschen und einen französisch sprechenden Kollegen haben muss, was somit eine Verteidigung extrem erschwert. Aber das in denen dann prinzipiell egal, bzw. machen die sich dann wohl einen Spass daraus deutschsprachige Personen zu verarschen. Dabei verschlechtert sich die Lage des Studenten mit anderen Faktoren Zunehmens. So sind die Attribute deutschsprachig, deutsch als Nationalität und Verbindungsstudent die übelsten Kombinationen.
Wird z.B. einer von uns verdroschen, so werden immer erst wir verdächtigt angefangen zu haben. Ruft man sie per Notruf an, brauchen sie ungefähr eine halbe Stunde bis sie am Tatort eintreffen. Sind ja nur deutsche Studenten die anrufen. Trägt man dann noch die Verbindungsmütze, so ruft man am besten erst gar nicht den Notruf an. Danke fürs Gespräch!
Dass sich diese Einstellung aber bis in die obersten Spitzen der Verwaltung fortsetzen lässt und somit für das ganze Fribourger Stimmvolk zählt ist schon eine Unverschämtheit.

Kreidebleich hat auch www.diekreide.net die fast schon demokratiefeindlichen Praktiken des Grossen Rates von Fribourg veröffentlicht.
Laut den Fribourger Nachrichten (Tageszeitung) ist der Grosse Rat sogar der Meinung, dass Transparenz und Wissen der Demokratie schadet:
“Der Zugang zu amtlichen Dokumenten löst im Grossen Rat einige Bedenken aus” – (Freiburger Nachrichten vom 17. Juni 2009)

“Ja, Entscheide können beeinflusst werden, wenn die vorbereitenden Unterlagen vorher bekannt werden. Dies schadet der demokratischen Debatte.”
Wissen und Informationen schadet also beim Demokratischen Entscheidungsprozess?! So zumindest die Meinung von FDP-Grossrat Jean-Denis Geinoz.

Oh je? Dann habe ich im Schulunterricht und an der Uni aber immer was Falsches gelernt. Ich dachte es wäre genau anders herum. Ich dachte immer der mündige und informierte Bürger sei der Garant für die Demokratie – Ausser in Russland, Afrika und so wie es aussieht wohl auch in Fribourg.
Kreidebleich bringt es sehr gut auf den Punkt:

Eine “unbeschadete demokratische Debatte” findet gemäss Geinoz offenbar nur dann statt, wenn die Unterlagen von den Bürgerinnen und Bürgern nicht eingesehen werden können, also von dieser Debatte ausgeschlossen werden.
Das heisst, dass die “Oberen” ungestört entscheiden können, was sie wollen.
“Die Entscheide sollen in Ruhe und nicht in einer schlechten Stimmung getroffen werden”, lautete hierzu die Version von Staatsrat Corminboeuf, für den offenbar schlechte Stimmung entsteht, sobald ein Bürger seine demokratischen Rechte wahrnehmen möchte.

Ich empfehle noch zusätzlich die zwei Artikel von Kreidebleich zu lesen. (Artikel 1Artikel 2) In beiden Artikeln wird die Situation noch etwas genauer erklärt. Ich für meinen Teil finde die gemachten Aussagen schon jetzt unverschämt und demokratiefeindlich. Ein Politiker der so denkt, sollte sich sofort aus der Politik zurückziehen. Da ich als Deutscher nicht zum Stimmvolk gehöre, kann es mir eigentlich egal sein, aber als angehender Journalist muss dieser Misstand veröffentlicht und verbreitet werden. Vielleicht entsteht ja so ein öffentlicher Druck, der den Grossen Rat zum Umdenken veranlasst. Dass es so nicht weitergehen kann ist wohl allen „mündigen Bürgern“ klar.

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