Amazon Messenger „Anytime“: Neue Formen der Messenger-Nutzung

Amazon Messenger „Anytime“: Neue Formen des Kundenservice und neue Chance für Unternehmen

Amazon hat gerader verkündet mit „Anytime“ einen eigenen Messenger zu starten, da wurde dieser von einigen Kommentatoren bereits als Totgeburt beschrieben, da der Messengermarkt in Deutschland – im Gegensatz zu anderen Ländern – fest in den Händen von Facebook (Whatsapp & Facebook Messenger) sei (mit kleinen Ausflügen nach Snapchat). Diese Sichtweise gilt aber nur, wenn der neue Messenger rein auf die Chat-Funktion reduziert wird und greift, gerade bei Amazon, damit deutlich zu kurz.

Auf Mobilegeeks sieht man deutlich die Idee dahinter. Neben den Standards wie privater Chat, Gruppenfunktion, Fotos, Sprach- und Videotelefonaten soll es zudem GIFs, Hintergründe, Emojis, Filter und Special-Effects geben. Soweit so gut. Worin sich der Messenger aber unterscheiden soll, sind Games (vermutlich allein oder mit Freunden), Einchecken in Locations (share locations), Musik hören (vermutlich Anbindung Amazon Prime), Essen bestellen und Rechnungen bezahlen bzw. mit Freunden teilen. Der Messenger könnte also direkt in das Bezahl- und Unterhaltungs-Universum von Amazon eingebaut werden. Funktionen, die von WeChat in Asien bereits bekannt sind und dort laufen wie geschnitten Brot und den Messenger zu einer Goldgrube machen.

Neue Funktion – neue Chancen:

Aber nicht nur diese Funktionen unterscheiden Amazon „Anytime“ von gängigen Messengern. Mit der „chat with business“-Funktion sollen laut Gerüchten auf Mobilegeeks auch Kundenservice, Reservierungen (Hotels, Flüge etc.), Bestellungen (prüfen) und das Einkaufen (shopping) möglich sein. Ein Kombination die bei Amazon nicht nur Sinn macht, sondern passt wie die Faust aufs Augen.

In einem weiteren Schritt könnte damit nicht nur der Kundenservice revolutioniert werden, sondern auch das Shopping. Dies könnte dann aber nicht nur Amazon-Produkte betreffen, sondern auch Marketplace-Produkte. Unternehmen, die ihre Produkte über Amazon verkaufen, könnten sich damit komplett an den Messenger andocken und ihre Produkte auch dort anbieten. In Kombination mit einem Messenger-Newsletter wie bei Whatsapp (z.B. Whatsbroadcast) wird so eine runde E-Commerce-Sache daraus. Sozusagen vom Newsletter, über den Kaufprozess inkl. Bezahlung, bis hin zum Kundenservice oder vielleicht sogar Rabatt-Aktionen kann alles in einer Messenger-App erfolgen.

Kunden von heute wollen Messenger nutzen:

Dass Kundenservice über Messenger immer beliebter und gefragter wird zeigen auch andere Studien. So hält z.B. laut einer Studie auf Absatzwirtschaft.de jeder Fünfte die Nutzung von WhatsApp in der Kommunikation mit Unternehmen für längst überfällig. Gleichzeitig wird diese Funktion aber nur wenigen Unternehmen wirklich genutzt, was verschenktem Potential gleichkommt.
(Im Link finden sich auch Analysen zur Zielgruppe der Whatsapp-Nutzer)

Wer in dem Amazon-Messenger also einen weiteren Kommunikationskanal zw. Freunden sieht, schaut meiner Meinung nach viel zu kurz. Es könnte (wenn es gute APIs für Unternehmen gibt inkl. Newsletter und Bezahlanbindung) eine ganz neue Form der Messenger-Nutzung in Deutschland einläuten.

Weitere Funktionen ebenfalls denkbar:

Ein weiterer Schritt könnten dann natürlich E-Book, Zeitungsartikel und Magazine aus dem Amamzon-Portfolio sein. Man wird sehen, was noch kommt und wie Amazon das Überladen der App  – alias Featuritis – verhindert.

Ein Erscheinungsdatum ist noch nicht bekannt.

Weitere Quellen:

Chip.de
Bunte.de
Upload-Magazin: iMessage: Der unterschätzte Gigant für Messenger Marketing und Kundensupport
Monetarisierungsstrategien für den Facebook Messenger

Empfehlung:

Ich verwende sehr gerne den Threema-Messenger aus der Schweiz zur verschlüsselten Kommunikation. Gibt es auch für Desktop-Rechner.

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